Auflösung der Samtgemeinde?

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Die drei Gemeinden Suderburg, Eimke und Gerdau haben unterschiedliche Vorstellungen von der künftigen Struktur. Die Suderburger favorisieren eine Einheitsgemeinde, Eimke und Gerdau bevorzugen eine Fusion mit der Samtgemeinde Ebstorf/Bevensen. Nun soll über eine Zerschlagung der Samtgemeinde Suderburg nachgedacht werden, damit sich jede Gemeinde neu orientieren kann.

Eimke/Gerdau - Von Jörn Nolting. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende – so lautet es in der Beschlussvorlage für die gemeinsame Ratssitzung der Gemeinden Eimke und Gerdau am Montagabend um 20 Uhr im Gasthaus Wellmann. Es geht um die Möglichkeit der Auflösung der Samtgemeinde Suderburg – zumindest soll auch über diese Möglichkeit diskutiert werden.

„Wenn wir keine Richtung vorgeben, dann wird die Samtgemeinde Suderburg mit den Mitgliedsgemeinden einer anderen Kommune zugeordnet“, befürchtet Dirk-Walter Amtsfeld. Und sowohl Amtsfeld als auch sein Bürgermeisterkollege aus Gerdau, Otto Schröder, fühlen sich mehr nach Ebstorf hingezogen. Deshalb wollen sie auch das Land Niedersachsen auf die Situation in der Samtgemeinde Suderburg aufmerksam machen. Eine Einheitsgemeinde, so wie es die politische Mehrheit in der Gemeinde Suderburg und in der Samtgemeinde fordert, wird es mit Eimke und Gerdau nicht geben. Doch auch dann müsste die Samtgemeinde zerschlagen werden.

„Wir wollen größere Einheiten“, sagt Otto Schröder. Und die Tendenz für die beiden christdemokratischen Bürgermeister geht eindeutig in Richtung Samtgemeinde Bevensen/Ebstorf. „Wir würden es auch gutheißen, wenn die gesamte Samtgemeinde Suderburg diesen Schritt vollzieht“, sagt Gerdaus Bürgermeister.

So hat die Samtgemeinde Bevensen/Ebstorf die Tür laut Amtsfeld noch nicht zugeschlagen. Letzte Gespräche gab es erst kürzlich vor Weihnachten. Auch in Hannover haben sich Schröder und Amtsfeld schlau gemacht. „Wir sehen für alle eine Chance. Und gerade die Samtgemeinde Suderburg kann von der Entschuldung profitieren“, sagen beide unisono. Dabei geht es ihnen nicht um Parteipolitik. Wichtig jedoch ist beiden der Erhalt der Gemeindestruktur. Ihre Befürchtung: Bei der Bildung einer Einheitsgemeinde haben die kleinen Orte nichts mehr zu sagen. Doch beide Bürgermeister sehen noch einen gemeinsamen Weg mit der Gemeinde Suderburg, auch wenn die Fusionsgespräche ziemlich zerfahren waren. Die Aufstellung eines völlig unglaubwürdigen „Selbstentschuldungskonzeptes“ halten die beiden Bürgermeister jedoch für das Ende der Samtgemeinde Suderburg. „Nach ehrlicher Betrachtung bleibt daher in unserer so sehr zerstrittenen Samtgemeinde nur noch die Möglichkeit einer Auflösung der Samtgemeinde und sich neu zu orientieren“, lautet es im Beschlussvorschlag. Auch sollte die Situation dem Innenministerium mit der Bitte um Unterstützung dargelegt werden.

Am Montag soll nun in der Ratsrunde über das weitere Verhalten der beiden Gemeinden diskutiert werden.

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