Aber: „Keine akute Notsituation“

Auch Uelzener Apotheker beklagen Medikamenten-Engpässe

Uelzener Apotheken können Lieferengpässe bisher weitestgehend ausgleichen. Dies bedeute zwar einen erheblichen logistischen Mehraufwand, die Patientenversorgung sei aber gewährleistet.
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Uelzener Apotheken können Lieferengpässe bisher weitestgehend ausgleichen. Dies bedeute zwar einen erheblichen logistischen Mehraufwand, die Patientenversorgung sei aber gewährleistet.

Uelzen – „Keine Panik“ und „Lassen Sie von Hamsterkäufen ab“, warnen Uelzens Apotheker. Auch bei ihnen werden einige Medikamente knapp, darunter Blutdruck- und Schilddrüsenpräparate, das Schmerzmittel Ibuprofen oder Arzneien, die bei psychischen Erkrankungen verabreicht werden.

Auch, was eher selten verschrieben werde und nicht unbedingt auf Vorrat verfügbar sei, ist betroffen, bestätigt beispielsweise Michael Resch von der Wacholder-Apotheke in Suderburg.

Die Gründe für die bundesweiten Engpässe (AZ berichtete) sind vielfältig. Mehrere Apotheker aus Uelzen kritisieren etwa die derzeitigen Produktionsverhältnisse von Medikamenten. Die entsprechenden Unternehmen seien aufgrund zu hoher Umweltauflagen zu großen Teilen ins Ausland wie China oder Indien abgewandert.

Entstehen in der dortigen Produktion Mängel, würden diese meist erst in Deutschland festgestellt. Die Produkte kommen dann nicht auf den hiesigen Markt. Auch der Preisdruck durch die Krankenkassen würde die Situation verschärfen, da oft nur die billigsten Medikamente angeboten werden dürften. Kommt es bei einem solchen Anbieter jedoch zu Lieferproblemen, gebe es kaum Alternativen. Das Problem werde von Jahr zu Jahr schlimmer, beklagt etwa Matthias Vaupel von der Bären-Apotheke in Uelzen.

Dennoch wird dringend davon abgeraten, in Panik zu verfallen, denn auch bei Engpässen sei die medizinische Versorgung gewährleistet – wenn auch unter Mehraufwand.

In ständigem Austausch mit den Ärzten könnte bei Patienten, die auf eine dauerhafte Einnahme von Medikamenten angewiesen sind, zum Beispiel die Dosis verändert werden, wenn die bisherige Arznei nicht zur Verfügung steht, andere Medikamente aber in schwächerer oder stärkerer Form angeboten werden können.

Dies sei zwar nicht bei allen Patienten möglich, da zum Beispiel auch auf Allergien geachtet werden müsse, betont Ralf Meinheit von der Adler-Apotheke in Uelzen.

Als „nicht optimal“ beschreibt auch Silke Habig von der Apotheke am Stern in der Kreisstadt die derzeitige Situation.

Eine akute Notsituation bestehe aber laut den Uelzener Apothekern noch nicht. Sie empfehlen, Geduld zu haben, und raten dazu, rechtzeitig zum Arzt zu gehen und das Rezept eben auch rechtzeitig zur Apotheke zu bringen.

VON DANIEL BIELING

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