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Atemwegserkrankungen: Lage auf Kinderstation im Uelzener Klinikum angespannt

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Von: Norman Reuter

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Ein am Respiratorischen Synzytial-Virus (RS-Virus oder RSV) erkrankter Patient liegt auf einer Kinderstation
Viele Krankenhäuser geraten angesichts der zahlreichen erkrankten Kindern unter Druck. © Marijan Murat

Überall in Deutschland sind zahlreiche Kinder wegen Atemwegserkrankungen in Behandlung. In den Krankenhäusern wird es eng, auch in Uelzen.

Uelzen/Landkreis – Angesichts zunehmender Fälle von schweren Atemwegserkrankungen bei Kindern ist die Lage auf der pädiatrischen Station des Uelzener Helios-Klinikums angespannt: „Derzeit können wir noch kleine Patientinnen und Patienten aufnehmen, es wird jedoch mehr und mehr zu einer Herausforderung“, erklärt Helios-Sprecher Christian Becker auf AZ-Anfrage. Am späten Donnerstagnachmittag berichtet er von nur noch zwei freien Betten auf der Station.

Nach zwei Jahren mit weniger Erkältungs- und Grippefällen im Zuge der Corona-Pandemie sind aktuell außergewöhnlich viele Menschen betroffen, besonders auch Kinder. Dabei spielt der Respiratorische Synzytial-Virus, kurz RSV, eine Rolle. Dieser trifft nach Aussage von Dr. Marion Wunderlich, ärztliche Leiterin des Gesundheitsamtes Lüneburg, „vor allem Frühchen und vorerkrankte Säuglinge schwer.“

Im Klinikum der benachbarten Stadt Lüneburg zeigt sich die Lage ähnlich kompliziert wie in Uelzen. Professor Dr. Josef Sonntag, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Lüneburg, wird in einer Mitteilung wie folgt zitiert: „Etwa 30 Prozent der stationär behandelten Säuglinge und Kleinkinder sind an einer RSV-Infektion erkrankt und benötigen über einen längeren Zeitraum Sauerstoff. Von Influenza, also der ‚echten Grippe‘, sind zunehmend mehr Kinder im Schulalter betroffen, manche mit sehr schweren Verläufen, die auf unserer Kinderintensivstation versorgt werden müssen. Auch Lungenentzündungen durch andere Erreger treten gehäuft auf. Krankheitswellen durch verschiedene Erkältungserreger sind eigentlich typisch für diese Jahreszeit. Das Besondere an der aktuellen Situation sind die sehr hohen Fallzahlen.“ Das hat auch Folgen für die Arbeit in der Notfall-Ambulanz des Lüneburger Klinikums: Obwohl alle am Limit arbeiteten, komme es zu längeren Wartezeiten.

Am Dienstag wurden im Uelzener Helios-Klinikum nach Angaben des Sprechers Christian Becker vier Kinder versorgt, die an dem RSV erkrankt sind. Wie hoch die RSV-Fallzahlen im Landkreis Uelzen insgesamt sind, dazu kann das hiesige Gesundheitsamt keine Angaben machen: „Der Infekt bei einzelnen Personen ist nicht meldepflichtig nach dem Infektionsschutzgesetz“, so die Auskunft gegenüber der AZ.

Das Lüneburger Gesundheitsamt verweist auf die Möglichkeiten von Impfungen, um die Jüngsten gegen schwere Formen von Infektionen zu schützen: „Wir raten Eltern dazu, ihre Kinder impfen zu lassen“, so Dr. Marion Wunderlich. Und: Wer krank sei, bleibe am besten einige Tage zu Hause und vermeide so weitere Ansteckungen, erklärt der Landkreis Lüneburg.

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