Verband will „Mittler für Sprache und Kultur“ im Landkreis einsetzen

Asyl: Diakonie geht voran

Uelzen/Landkreis. Der Diakonieverband Nordost-Niedersachsen ergreift die Initiative für eine bessere Betreuung von Asylbewerbern im Landkreis Uelzen. Noch im Frühjahr sollen „Mittler für Sprache und Kultur“ ihre Arbeit aufnehmen.

Das Projekt werde mit der evangelischen Landeskirche, dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) in Göddenstedt und dem Uelzener Präventionsrat auf den Weg gebracht, sagt der Geschäftsführer des Diakonieverbandes, Gabriel Siller.

Bei den Mittlern handele es sich um einen Pool von Menschen, teils mit Migrationshintergrund, die sich der Asylbewerber annehmen, wenn ein Dolmetscher benötigt werde oder aber Fragen zur Kultur zu klären seien, schildert die Kirchenkreis-Sozialarbeiterin Tanja Klomfass. Die Asylbewerber würden nicht selbst auf die Mittler bei Fragen und Sorgen zugreifen. „Die Koordination läuft über eine zentrale Stelle“, erklärt Klomfass. In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass Ehrenamtliche bei ihrem Engagement an die Grenzen des Machbaren gestoßen seien, weil sie zu sehr vereinnahmt worden seien, sagt Gabriel Siller. „Deshalb die zentrale Organisation“, so der Verbandsgeschäftsführer.

Das Projekt der Mittler, die für ihren Einsatz eine Aufwandsentschädigung erhalten, ist Bestandteil eines Maßnahmenkataloges zur Betreuung von Asylbewerbern. Er wurde von der Uelzener Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtspflege, zu der unter anderem auch der DRK-Kreisverband oder der Paritätische gehören, erarbeitet und als Antrag der Kreispolitik übergeben. Zu den Maßnahmen gehörte auch die Einführung einer Koordinierungsstelle für Flüchtlinge, mit der es einen zusätzlichen Ansprechpartner für Neuankömmlinge geben soll. Außerdem wurden zwei Sozialarbeiter beantragt.

Der Kreisausschuss hat dem Aufbau einer Koordinierungsstelle beim Landkreis zugestimmt sowie 50 000 Euro für die weitere Arbeit mit Flüchtlingen in den Haushalt eingestellt – allerdings mit Sperrvermerk. Wie der Landkreis auf AZ-Nachfrage mitteilt, laufe für die Koordinierungsstelle das Auswahlverfahren.

Damit die 50 000 Euro genutzt werden könnten, müsse der Haushalt des Landkreises zunächst vom Innenministerium genehmigt werden und die Politik den Sperrvermerk aufheben. Das wurde auch Gabriel Siller so mitgeteilt, der auf eine Unterstützung des Landkreises für die Mittler für Sprache und Kultur hofft. Er wolle aber nicht so lange warten, bis die Politik entschieden habe, sagt er. „Uns ist das so wichtig, dass wir jetzt schon starten.“

Einen weiteren dazu lesen Sie am Donnerstag im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

Rubriklistenbild: © dpa

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