Ehemaliges Katasteramt: Belasteter Schutt gefährdet das Grundwasser

Asbest im Trümmerhaufen

Seit September 2011 ein Trümmerberg: Der Schutt des ehemaligen Katasteramtes ist verunreinigt. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Jetzt ist es amtlich: Im Schutt vom ehemaligen Katasteramt befinden sich unter anderem Asbest und Schimmelpilze.

Das habe die Untersuchung von Bodenproben auf dem Grundstück ergeben, berichtet die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lüneburg, Angelika Klee, auf AZ-Nachfrage. „Es ergibt sich aus dem Gutachten, dass der Schutt erheblich belastet ist“, sagt Klee. „Aber es ist noch nicht festgestellt worden, dass bereits eine Boden- und Grundwasser-Belastung vorliegt. “ Durch die Schadstoffe im Schuttberg bestehe jedoch die Gefahr, dass sie das Grundwasser verunreinigen und somit der Bereich außerhalb des Grundstücks und die Gewässer belastet werden könnten. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittele nun, wer strafrechtlich als Verursacher für die Lagerung der umweltschädlichen Stoffe – und damit einhergehend die Gefahr für Gewässer, Tier- und Pflanzenwelt – zur Verantwortung zu ziehen ist.

Dazu müssen zunächst die Verhältnisse geklärt werden. Seit dem Abriss des historischen Katasteramtes an der Ecke Gudesstraße/Mauerstraße im September 2011 lagert auf dem Grundstück der Trümmerhaufen. Durch Streitigkeiten wegen ausstehender Zahlungen zwischen dem Grundstückseigentümer und den beauftragten Abbruch-Firmen waren die Arbeiten unterbrochen und der Schutt nicht abtransportiert worden (AZ berichtete). Die Staatsanwaltschaft wolle nun prüfen, ob der Grundstückseigentümer, ein Lüneburger Immobilienmakler, die Verantwortung dafür möglicherweise abgegeben haben könnte und demzufolge jemand anders dafür verantwortlich sei.

Die örtliche Polizei hatte im vergangenen Herbst der Staatsanwaltschaft einen Hinweis gegeben, dass auf dem Grundstück des ehemaligen Katasteramtes umweltschädliche Stoffe lagern könnten. Im vergangenen November war daraufhin die Ingenieurgesellschaft für Geotechnik und Umweltmanagement in Uelzen mit der Überprüfung beauftragt worden. Ein Sachverständiger hatte dort Bodenproben entnommen und diese untersucht.

Auch die Stadt Uelzen prüft derzeit das Gutachten der Ingenieurgesellschaft. Anschließend werde man sich mit dem Landkreis Uelzen abstimmen, sagt der städtische Baudezernent Karsten Scheele-Krogull. Geklärt werden müsse, wie sich die im Gutachten dargestellten Gefahren auswirken könnten, so Scheele-Krogull. Schädliche Schadstoffe im Bauschutt seien Sache der Umweltbehörde des Landkreises.

Das ehemals denkmalgeschützte Katasteramt war vor dem Abriss durch mehrere Brände stark beschädigt worden, unter dem Löschwasser hatten auch Wände und Decken gelitten. Aus dem Gutachten des Bausachverständigen, das für die Abbruchgenehmigung des Gebäudes vorgelegt werden musste, hätten sich wie berichtet nach Angaben der Stadt damals jedoch keine Hinweise auf Bodenverunreinigungen ergeben. Der Eigentümer hatte im AZ-Gespräch mehrfach darauf hingewiesen, wegen der Brand- und Löschwasserschäden in Verhandlungen mit seiner Gebäudeversicherung über die Brand-Schadenssumme zu stehen, ehe er für eine Beseitigung des Schuttberges sorge. Unterdessen hat er begonnen, einen Käufer für das Grundstück zu suchen.

Von Diane Baatani

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