„Spenden ist Vertrauenssache“

Armgard von der Wense präsentiert Pläne für Schloss Holdenstedt

Das Schloss muss auch saniert werden.
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Das Schloss muss auch saniert werden.

Uelzen-Holdenstedt – Armgard von der Wense hat im Schützenhaus des Ortsteils ihre Pläne für das Schloss Holdenstedt vorgestellt. Ein zentraler Punkt ihrer Ausführungen war ein neu gegründeter Verein, der Spenden für den Erhalt des Schlossparks einsammelt.

Von der Wense bekräftigte, sie wolle Schloss und Park anstelle des Hamburger Investors Dr. Thies Boysen kaufen, der den Park in Teilen bebauen will (AZ berichtete).

Von der Wense will am 22. Dezember gemeinsam mit ihren Kindern entscheiden, ob sie von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch macht. „Ich trage das volle Risiko“, sagte von der Wense, sie müsse den geschlossenen Vertrag vollständig übernehmen.

Armgard von der Wense.

Von der Wense plant, nach Entrichtung des Kaufpreises drei Mietparteien für die Unterhaltung von Schloss und Park zu gewinnen. Da sei zum einen das „Institut für kulturelle Bildung“, das Seminare veranstalten könne. Unter dem Dach des Schlosses fänden sich dann geeignete Gästezimmer. Zum zweiten soll es einen „Förderverein Schloss Holdenstedt“ zur Förderung von Kunst und Kultur im Schloss geben. Und drittens sei vor kurzem der gemeinnützige Verein „Kinder- und Jugendforum Schloss Holdenstedt“ gegründet worden. Er soll Denkmalschutz, Natur und Naturschutz und einen Lehrpfad im Park miteinander vereinen.

Von der Wense betonte, dass sie bereits viele Gespräche mit guten Beratern geführt habe. Sie erwarte auch finanziellen Rückenwind von Stiftungen, Behörden, aus dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie von Privatpersonen. Die mögliche Käuferin von Schloss und Park machte trotz Nachfragen mit Blick auf Vereinbarungen mit der Stadt keine Angaben zum Kaufpreis.

Von der Wense erwartet, mit ihren drei Mietparteien auch die Sanierungskosten etwa beim Brandschutz oder der Elektrik sowie den Unterhalt des Schlosses bestreiten zu können. Dazu startete sie für den Verein „Kinder- und Jugendforum“ einen Spendenaufruf „Rettet den Schlosspark Holdenstedt“. Mit einmaligen Spenden können Bürger damit den Erhalt des Gesamtensembles unterstützen. Vorgesehen sind dabei Beiträge von 125, 250 oder 500 Euro, die schon eingeworben werden, aber erst im Januar 2020 fällig werden sollen. Mit Blick auf die 910 Unterzeichner einer Petition zum Erhalt des Schlossparks, die vom Verein „Pro Holdenstedt“ im Ortsteil angeschoben worden war, erhofft sich von der Wense, die selbst Vorstandsmitglied im Jugendforum ist, zahlreiche Spenden und die Möglichkeit, langfristig planen zu können.

Nach dem Vortrag schloss sich im Schützenhaus neben Pro und Contra auch eine Diskussion um die Tragfähigkeit der Pläne an. Es war vor allem Schlosswochen-Intendantin Ute Lange-Brachmann, die Vorbehalte unter den Besuchern formulierte: „In dem Schloss kann ja nichts stattfinden, wenn renoviert wird. Das Anzapfen von Fördertöpfen ist äußerst schwierig. Und: Ist das tragfähig? Ich kann doch nicht für ihren guten Willen spenden.“

Von der Wense, die in der Diskussion auch sagte, sie werde nicht das Vermögen ihrer Familie aufs Spiel setzen („ich brauch’ das nicht für mein Ego“) und wolle gegebenenfalls 2020 einen Sanierungsplan aufstellen, bat die Anwesenden: „Spenden ist Vertrauenssache. Wer kein Vertrauen hat, sollte nie spenden.“

VON CHRISTIAN HOLZGREVE 

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