Beschluss der Bundeszentrale: Uelzen bildet neuen Bezirk mit Nachbarkreisen und Harburg / Hauptsitz noch unklar

Arbeitsagentur fusioniert 2012 mit Lüneburg

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Uelzen/Nürnberg. Monatelang hatten Stadt und Landkreis darum gebangt, dass die Arbeitsagentur Uelzen ihre Eigenständigkeit behält – doch vergeblich: Gestern hat der Verwaltungsrat der Bundesagentur in Nürnberg beschlossen, dass der Agenturbezirk Uelzen 2012 mit Lüneburg zusammengelegt wird.

Der Standort in der Uhlenköperstadt bleibe jedoch erhalten, betonte Kerstin-Kuechler-Kakoschke, Leiterin der Uelzener Arbeitsagentur, gestern auf Anfrage der AZ. Damit sprach sich die Bundesagentur für eine größere Lösung als erwartet aus. Denn der fusionierte Agenturbezirk wird nicht nur die Kreise Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Lüneburg umfassen, sondern überraschend auch den Kreis Harburg. Das neue Gebilde soll „Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen“ heißen. Über den Hauptsitz des gemeinsamen Agenturbezirkes oder einen möglichen Personalwechsel ist nach Angaben von Kuechler-Kakoschke aber noch keine Entscheidung gefallen. Die Uelzener Agentur-Chefin kommentierte die geplante Zusammenlegung gestern zurückhaltend. Nur so viel: Es gebe „besondere Gründe“, warum die Fusion notwendig werde. Zum Beispiel seien die Arbeitslosenzahlen rückläufig. „Von daher muss man schauen, wie man Strukturen aufrecht erhalten kann.“ Wichtig ist Kuechler-Kakoschke, dass der Agentur-Standort an der Lüneburger Straße in Uelzen erhalten bleibt: „Wir sind weiterhin bürgernah vor Ort mit unseren Dienstleistungen vertreten und ziehen uns nicht aus der Fläche zurück.“ Enttäuscht über die Entscheidung aus Nürnberg ist hingegen Uelzens Bürgermeister Otto Lukat. „Unsere vorgetragenen Belange haben bei der Bundesagentur offensichtlich keine Rolle gespielt“, sagte er. Der Forderung vieler Vertreter aus Politik und Verwaltung in Stadt und Kreis Uelzen, den ländlichen Raum nicht zu schwächen, sei nicht die erhoffte Beachtung geschenkt worden, bedauerte Lukat. Er will nun dafür kämpfen, dass der Hauptstandort des neuen Agenturbezirkes nicht nach Lüneburg oder Harburg verlegt wird. „Der Sitz gehört nach Uelzen“, bekräftigte er. „Das ist eine Sache, die man nicht einfach kampflos an sich vorbeiziehen lassen kann.“

Von Bernd Schossadowski

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