Freireisende Bäckerin Sarah berichtet von Viktualientreffen in Worms

Arbeiten am Holzbackofen

+
Urs Büttner, ehemaliger Bäcker auf der Walz, mit der freireisenden Bäckerin Sarah.

Bohlsen/Handeloh. Seit dem Sommer vergangenen Jahres ist Sarah Schumann auf der Walz. Nach Abschluss ihrer Bäckerlehre in der Bohlsener Mühle hat sie sich entschlossen, sich auf den Weg in die Fremde zu machen (AZ berichtete).

Nach einem längeren Aufenthalt im Schwabenländle ist die freireisende Bäckerin wieder in Norddeutschland angekommen. Auf dem Hof Wörme in Handeloh bei Buchholz in der Nordheide hat sie eine Kollegin in einer kleinen Holzofenbäckerei unterstützt. Diese ist einem Bauernhof angeschlossen. „Es war sehr komisch, wieder dialektfreies Deutsch zu hören“, schreibt sie. „Die schwäbische Mundart hat sich schon sehr in meine Sprache integriert. Gelegentlich klinge ich so schwäbisch, dass mich meine Reisekameraden für eine echte Süddeutsche halten. Und das als norddeutsches Urgestein... Aber keine Sorge, ich kann immer noch fließend Hochdeutsch.“

Gerade fand in Worms das erste Viktualientreffen statt. Das bedeutet, alle, die auf der Straße sind oder waren und mit Lebensmitteln arbeiten, haben sich dort getroffen. Käser, Köchin und sieben Bäcker sind dort zusammen gekommen. Zwei weitere Bäcker, eine Konditorin und ein Bierbrauer waren leider verhindert. „Gemeinsam haben wir mit den Auszubildenden des DRK-Bildungswerkes die Küche gerockt. Vor allem die Fremdgewerker sind durch die Berufsschulklassen gegangen, haben über die Wanderschaft erzählt und sich Löcher in den Bauche fragen lassen. Schmiede und Schlosser haben mit den Schülern einen Workshop in der Schmiedewerkstatt gemacht. Jeder hat sich auf seine Art eingebracht, so dass am Ende knapp 40 Wandergesellen auf dem Gelände in Aktion gewesen sind“, erzählt die freireisende Bäckerin. Schlussendlich ist eine kleine Gruppe zum Aufräumen dort geblieben.

Von dort aus führte sie ihr Weg nach Bingen am Rhein, um eine Schulfreundin zu besuchen.

Aber auch mit den ganz normalen Dingen des Alltags muss sich eine freireisende Bäckerin herumschlagen. Höllische Zahnschmerzen plagten sie, so dass sie einen Zahnarzt aufsuchen musste. Nach der Behandlung und der Einnahme von Antibiotika hat es sie in die schöne Eifel verschlagen. Dort genießt sie das schöne Frühlingswetter, nachdem sie mit Reisekameraden, Familie und Freunden den Abschied einer Tischlerin gefeiert hat, die jetzt auf die Walz gehen wird. „Ich wünsche ihr, dass sie die Zeit genau so sehr genießen kann wie ich“, schreibt die freireisende Bäckerin Sarah.

Von Meike Bornemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare