Technische und Verhaltensverstöße geahndet

Applaus aus dem Biergarten für die Uelzener „Arbeitsgruppe Poser“

102 Dezibel auf dem Schallpegel-Messstand: Das war der höchste Wert. Hier überprüft Markus Lindner, stellvertretender Leiter der Arbeitsgruppe Poser, einen Auspuff.
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102 Dezibel auf dem Schallpegel-Messstand: Das war der höchste Wert. Hier überprüft Markus Lindner, stellvertretender Leiter der Arbeitsgruppe Poser, einen Auspuff.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Die Arbeitsgruppe „Poser“ des Polizeikommissariates Uelzen hat am Wochenende im großen Stil technisch oder akustisch auffällige Autos und Motorräder kontrolliert. In etlichen Fälle erlosch im Ergebnis sogar die Betriebserlaubnis.

Uelzen – Mutmaßlich motiviert durch die Vielköpfigkeit seines „Publikums“ im Biergarten in der Ringstraße lässt der Autofahrer den Motor seines Fahrzeuges am Sonnabend nach allen Regeln der Poser-Kunst aufheulen. Sekunden später gibt es Applaus – allerdings nicht für den PS-Protzer, sondern für zivile Beamte aus der „Arbeitsgruppe Poser“ des Polizeikommissariates Uelzen. Sie ziehen den Mann im wahrsten Sinne des Wortes vorläufig aus dem Verkehr und ahnden den sogenannten „Verhaltensverstoß“.

Von Sonnabend um 20 Uhr bis 3 Uhr in der Frühe und noch einmal am Sonntag vom Mittag bis in die Abendstunden hinein haben Polizeibeamte im Stadtgebiet der Hansestadt Uelzen die nächste Kontrolle durchgeführt, die sich gegen Auto- und Motorradfahrer richtet, die sich nicht an die Regeln halten.

Sechs Autos kommen den Beamten zu laut vor

Schon im ersten Teil der Aktion ziehen bis zu vier zivile Fahrzeuge 21 Auffällige – 19 aus dem Landkreis, die meisten männlich, zwischen 18 und 30 Jahre alt – heraus, deren Gefährte deutlich zu laut zu sein scheinen oder aber technisch verändert.

Am Polizeikommissariat werden die Autos auf die Hebebühne gefahren und begutachtet, davor ist ein Kontrollstand mit externem Drehzahl- und Schallpegelmesser aufgebaut worden. Sechs Autos kommen den Beamten zu laut vor – und das sind sie auch: Sie überschreiten den zulässigen Wert alle mindestens um zehn Dezibel, der traurige Spitzenreiter schafft es auf 102 Dezibel – dieser Wert ist fast vergleichbar mit einem Presslufthammer.

Nach Hause, in die Werkstatt und zur Zulassungsstelle

In sieben Fällen erlischt fürs Fahrzeug sofort die Betriebserlaubnis wegen massiver verkehrsunsicherer oder nicht eingetragener Veränderungen. Die Autos dürfen nur noch nach Hause, in die Werkstatt und zur Zulassungsstelle bewegt werden. Der Rückbau wird teuer.

Dazu gibt es eine Ordnungswidrigkeitenanzeige – das kleinere Übel. Nachts wird es ruhiger. „Die Szene ist gut vernetzt, die haben nach und nach Reißaus genommen“, weiß Arbeitsgruppenleiter Sebastian Gruner. Er und sein Team kontrollieren weiter.

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