92 Anwohner für Farinastraße

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Nach dem Willen der Stadt soll die Farinastraße künftig „Am Stadtgut“ heißen. Darüber diskutiert heute der Rat.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Wenn der Uelzener Stadtrat heute Abend über die Umbenennung der Farina- und der Seebohmstraße diskutiert, wird Michael Frenzel die Debatte besonders aufmerksam verfolgen. Der 47-Jährige ist Anwohner der Farinastraße und setzt sich mit zahlreichen Gleichgesinnten dafür ein, dass der Straßenname nicht verändert wird.

Dazu will Frenzel den Vorsitzenden der vier Ratsfraktionen heute Abend eine entsprechende Liste mit 92 Unterschriften überreichen, die er gemeinsam mit Anlieger Ingo Lüdeke gesammelt hat. Die gleiche Namensliste will er heute Vormittag Bürgermeister Otto Lukat aushändigen. Die öffentliche Ratssitzung beginnt um 19 Uhr in Raum 101 des Rathauses.

Frenzel kann nicht verstehen, warum die Stadtverwaltung die Farinastraße in „Am Stadtgut“ umbenennen will. „Dann müssten wir Anwohner überall unsere Adresse ändern lassen: zum Beispiel im Personalausweis, bei der Autoversicherung und bei Ebay. Das wäre für uns mit Kosten verbunden“, gibt Frenzel zu bedenken. Zwar kann er nachvollziehen, dass der bisherige Namensgeber Johann Maria Farina, der während der NS-Diktatur Bürgermeister und Polizeichef von Uelzen war, historisch umstritten ist (AZ berichtete), „aber das weiß doch nur ein Uelzener. Wenn sie jemand in Bodenteich fragen, kennt den keiner“, meint Frenzel.

Er schlägt stattdessen vor, den Straßennamen in Erinnerung an eine andere bekannte Persönlichkeit beizubehalten: den Kölner Unternehmer und Parfümhersteller Johann Maria Farina (1809 bis 1880), besser bekannt als Jean Marie Farina. „Dann müsste man nur den Zusatz unter dem Straßenschild, das den historischen Bezug herstellt, austauschen“, erklärt Frenzel.

Mit der Unterschriftensammlung wolle er die Stadtverwaltung aufrütteln, betont er. „Herr Lukat hat meinen Namensvorschlag überhaupt nicht beachtet. Ich habe ihm dreimal per E-Mail kontaktiert und er hat dreimal nicht geantwortet“, ist Frenzel wütend auf den Rathaus-Chef.

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