CDU sieht Schullandschaft als erhaltenswürdig

Antrag der Grünen zu Ebstorf: Eine IGS im Nordkreis?

Ende August startete das neue Schuljahr auch im Landkreis Uelzen. Es gibt fünf Oberschulen, eine davon in Ebstorf. Sie soll nach dem Willen der Grünen im Kreistag in eine IGS umgewandelt werden.
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Ende August startete das neue Schuljahr auch im Landkreis Uelzen. Es gibt fünf Oberschulen, eine davon in Ebstorf. Sie soll nach dem Willen der Grünen im Kreistag in eine IGS umgewandelt werden.

Uelzen/Ebstorf – Zum Umbau der Schullandschaft im Landkreis Uelzen liegt nun ein weiterer offizieller Antrag auf dem Tisch: Nach dem Willen der Grünen im Kreistag soll aus der Oberschule in Ebstorf eine Integrative Gesamtschule (IGS) werden.

Zum Schuljahr 2021/22 soll sie ihre Arbeit aufnehmen.

Heiner Scholing von den Grünen hatte bereits in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses Ebstorf als möglichen IGS-Standort ins Spiel gebracht (AZ berichtete). Mit dem Antrag trifft die Fraktion nun eine verbindliche Aussage. Die Grünen halten Ebstorf für die richtige Wahl, weil die Oberschule dort bereits integrativ arbeite. Damit bestehen nach Überzeugung der Fraktion bereits gute Voraussetzungen für den Aufbau einer IGS.

Neben zwei Gymnasien, einer Kooperativen Gesamtschule und zwei Berufsbildenden Schulen gibt es im Landkreis zurzeit fünf Oberschulen. Die Grünen erklären: „Bei unserem Antrag berücksichtigen wir den Stand der Schulentwicklung in den Oberschulen des Landkreises. Bis auf die Oberschule in Ebstorf haben die weiteren Oberschulen beschlossen, verstärkt zum schulformbezogenen Unterricht zurückzukehren.“ Das heißt: Es gibt wieder Hauptschul- und Realschulzweige, denen Kinder zugeordnet werden.

Anders stellt sich die Situation in Ebstorf dar. Hier habe man sich bewusst für eine integrative Arbeitsweise entschieden. „Mit der gesicherten Einführung der Arbeit in Jahrgangsteams und des Teamteachings sind an dieser Schule neben der erfolgreichen inklusiven Beschulung auch im Kollegium bereits notwendige Strukturen geschaffen, die eine Umwandlung in eine IGS erheblich erleichtern“, erklären die Grünen.

Bereits Anfang September hatte die FDP im Kreistag Anträge zur Schullandschaft gestellt. Die Liberalen wollen die Oberschule in Suderburg in eine Realschule und die Oberschule in Bad Bodenteich in eine IGS umgewandelt wissen. Mit diesen Vorstößen will die FDP die Schulen im Südkreis stärken, „damit diese Region nicht weiter an Attraktivität verliert“.

„Unser Antrag ist nicht mit Blick auf die Landkarte entstanden“, sagt Heiner Scholing auf AZ-Nachfrage zur Grünen-Idee. In Ebstorf gebe es ein „gutes Fundament“ für einen IGS-Aufbau. Die Fraktion sei sich auch bewusst, dass in der Elternbefragung zur Schullandschaft – sie fand letzten Herbst statt – 68 Prozent der Teilnehmer sich für eine Realschule ausgesprochen hätten. „Hier werbe ich für die Realschulzweige an Oberschulen“, so Scholing.

Schon lange vor den Anträgen von Grünen und FDP hatten die Christdemokraten im Kreistag einen Antrag zur Schullandschaft gestellt: nämlich bereits im Februar. Darin sprach sich die CDU für eine Realschule in der Stadt Uelzen aus. Der Antrag wurde dann aber zurückgestellt. Wie Karsten Jäkel (CDU) sagt, werde sich seine Fraktion bis zur nächsten Schulausschuss-Sitzung im November positionieren. Bis dahin werde es auch einen Antrag geben. Was die Stoßrichtung der Christdemokraten sein wird, dazu sagt Jäkel: „Die Schulen im Landkreis leisten guten Arbeit.“ Und: Die Schullandschaft in ihrer jetzigen Form sei erhaltenswürdig.

Den Oberschulen, jetzt vorwiegend mit Schulzweigen, müsse Zeit gegeben werden. Und mit der Oberschule in Ebstorf gebe es auch ein integratives Angebot. Sie in eine IGS umzuwandeln, bringe mehr Nachteile als Vorteile. Sie wäre dann eine Angebotsschule und könne von Kindern aus dem gesamten Landkreis angewählt werden. Das ginge womöglich zu Lasten anderer Schulen im Kreis, „und wir sorgen uns um Schulstandorte.“ Zudem sieht Jäkel auf den Kreis enorme Probleme bei der Schülerbeförderung zurollen, wenn im Norden eine weitere Angebotsschule geschaffen würde. VON NORMAN REUTER

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