Uelzener SPD-Kreistagsfraktion schlägt Modellprojekt mit kostengünstiger Bauweise vor

Antrag: Blitzer finanzieren Radweg

Mit Hilfe von Einnahmen aus Blitzanlagen können zwei Radwege im Landkreis Uelzen als Modellprojekt gebaut werden, schlägt die SPD-Kreistagsfarktion vor. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Die SPD-Kreistagsfraktion beantragt ein Modellprojekt, das mit Hilfe von Geldern aus Blitzanlagen im Landkreis Uelzen finanziert werden soll. So könnten nach Ansicht der Fraktion zwei Radwege kostengünstig mit einer wassergebundenen Deckschicht gebaut werden.

SPD-Politiker Andreas Dobslaw schlägt vor, zeitnah den Ausbau von Radwegen entlang der Kreisstraße 14 zwischen dem Suderburger Kreuz und der Ortschaft Stadensen sowie an der Kreisstraße 32 zwischen den Ortschaften Ellerndorf und Brockhöfe als Modellprojekt in dieser Form voranzubringen. Diese beiden Strecken würden dann außerhalb der regulären Baumaßnahmen von Radwegen realisiert werden.

„Der Radwegebau im Landkreis Uelzen hängt weit hinter den aktuellen Bedarfen zurück“, sagt Dobslaw. Grund dafür seien nicht nur die angespannte Haushaltslage des Landkreises, sondern auch die hohen Kosten für den Bau. Derzeit werden Radwege mit einer Beton- oder Asphaltdeckschicht gebaut, die SPD-Fraktion empfiehlt jedoch eine wassergebundene Decke, die aus einem gebrochenen Natursteinmaterial besteht. Damit ist nach Angaben der SPD diese wassergebundene Deckschicht etwa 30 Euro pro Meter günstiger. Für die beiden Radwege würden somit die Kosten pro Kilometer um rund 30 000 Euro reduziert werden, im Vergleich zur Betonbauweise.

„Nach unserer Auffassung besteht hier dringender Handlungsbedarf, um die Verkehrsinfrastruktur im Bereich der Radwege im Landkreis Uelzen zu verbessern und Rückstände aufzuholen“, begründet Dobslaw den Antrag. „Die SPD-Fraktion im Landkreis Uelzen vertritt die Auffassung, dass Radwege die ökologischen Lebensadern unserer Gemeinden sind und daher muss hier jeder Versuch unternommen werden, ihren Ausbau zu forcieren.“ Der Antrag fördere die Verkehrssicherheit, Ökologie und den Tourismus.

Wenn der Kreistag dem Vorschlag zustimmt, dann wird die Kreisverwaltung beauftragt, mit dem niedersächsischen Innenministerium über die Gesamtfinanzierung der Radwege aus den Einnahmen der Blitzer speziell für die Modellprojekte zu verhandeln und die beiden Radwege mit einer wassergebundenen Deckschicht zu planen. Außerdem soll ein Konzept erstellt werden, mit dem innerhalb von drei Jahren nach Freigabe beider Radwege die tatsächlichen Unterhaltungskosten berechnet werden.

Die Höhe dieser Kosten lasse sich durch diese Art von Deckschichten ebenfalls senken, da Absenkungen der Fahrbahn durch die Straßenmeisterei selbst ausgebessert werden können. Asphalt- oder Betondeckschichten jedoch müssen von anderen Betrieben saniert werden.

Die Radwege entlang der Kreisstraße 32 und der Kreisstraße 14 sollen nach Ansicht der SPD Modellprojekt werden, da diese Strecken als Unfallschwerpunkte gelten. So registrierte die Polizei zwischen dem 1. Januar 2008 und dem 10. November 2011 zwischen dem Suderburger Kreisverkehr und Stadensen auf der Kreisstraße 14 insgesamt 28 Verkehrsunfälle. Auf der Kreisstraße 32 zwischen Ellerndorf und Brockhöfe wurden innerhalb dieser drei Jahre und zehn Monate 18 Verkehrsunfälle gezählt.

Beide Kreisstraßen sind nach Angaben der Fraktion als feste Umleitungsstrecken für Bundesstraßen ausgewiesen. Dort gebe es kurzfristig ein hohes Verkehrsaufkommen mit Schwerlasttransportern. Weiterhin weist die SPD auf den touristischen Stellenwert hin. Im kommenden Jahr soll der Radweg zwischen dem Suderburger Kreisel und der Ortschaft Suderburg gebaut werden. Wenn dieser fertiggestellt wird, stellen die beiden Modell-Radwege „einen touristsch relevaten Lückenschluss zwischen Bad Bodenteich und Wriedel“ dar, argumentiert Dobslaw.

Von Diane Baatani

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