Fläche am Molzener Uferschwalbenweg darf nicht mehr öffentlich genutzt werden

Anlieger kämpfen um Dorf-Treffpunkt

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Wo im Molzener Uferschwalbenweg bis vor Kurzem der Treffpunkt der Anwohner war, stehen jetzt eine Garage und Blumenkübel (links). Die Anlieger wollen den Bereich der gegenüber liegenden Büsche als neue Versammlungsstätte herrichten.

Uelzen-Molzen – Das kleine Grundstück am Molzener Uferschwalbenweg war jahrzehntelang Treffpunkt vieler Anwohner.

Die „Uferschwalben“, wie sich selbst nennen, tranken dort spontan zum Feierabend ein Bier oder haben gegrillt, es wurden dort Arbeitseinsätze, Radtouren und Ausflüge geplant und das Treffen am 31. Dezember, um gemeinsam ins neue Jahr zu feiern, hatte Tradition.

Das ist vorerst vorbei. „Die Möglichkeit zu zwanglosen Treffen ist uns nun genommen“, sagt Günther Lebek im Namen von 20 weiteren Anliegern. Die Stadt hat das Grundstück zum Verkauf angeboten. Zuvor hatte sie eine bestehende Grünpatenschaft gekündigt, weil auf der Fläche immer wieder widerrechtlich Strauchschnitt verbrannt wurde. Nachdem der Ortsrat informiert wurde, ist die Fläche an einen unmittelbaren Anlieger verkauft worden, der dort inzwischen eine Garage gebaut hat.

Weil sie ihr „Dreieck“, wie es die „Uferschwalben“ wegen seiner Form liebevoll nennen, nicht mehr in gewohnter Weise nutzen können, haben sie bei der Stadt einen Antrag gestellt: Sie wollen eine gegenüber liegende Fläche als „neue Kommunikationsfläche“ herrichten. Der 17 Quadratmeter große Bereich gehört ebenfalls der Stadt. Derzeit befinden sich dort Sträucher. „Die Umgestaltung wird fachgerecht und für die Hansestadt Uelzen kostenfrei von den Anliegern durchgeführt“, schlagen die 21 Antragssteller vor. Die Fläche soll mit Kies aufgeschüttet werden. Auch um die Unterhaltung des neuen Treffpunktes wollen sich die Anwohner, wie bereits zuvor bei ihrem „Dreieck“, selbst kümmern.

„Die Verwaltung steht dem Antrag grundsätzlich positiv gegenüber“, lässt Michael Kopske von der städtischen Bauaufsicht auf der jüngsten Ortsratssitzung verlauten. Die Fläche diene aber der Entwässerung bei Starkregen. Es müsse geprüft werden, ob die Umgestaltung den Abfluss zur Straße blockieren würde. „Eine Versickerungsfläche ist das schon lange nicht mehr“, hält ein Anlieger dagegen. Das Regenwasser laufe schon seit geraumer Zeit auf sein Grundstück und auf das seines Nachbarn.

Die Verwaltung hat bereits alternative Flächen im Ort prüfen lassen. Ein Wendeplatz einige Meter südlich am Uferschwalbenweg scheide aus, weil die Müllfahrzeuge nicht mehr wenden könnten. „Der Parkplatz am Moorweg könnte ohne größere Einschränkung genutzt werden“, berichtet Michael Kopske. Diese Lösung kommt für die Anlieger aufgrund der Entfernung aber nicht infrage: Sie befindet sich am nordwestlichen Ortsende.

Der neue Eigentümer des „Dreiecks“ hätte kein Problem damit, die verbliebene Freifläche den Nachbarn weiter zur Verfügung zu stellen. „Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis zu den anderen Anwohnern und auch in der Vergangenheit war alles harmonisch“, versichert die Familie auf AZ-Anfrage.

Einige „Uferschwalben“ befürchten jedoch, dass sie sich für jede Zusammenkunft mit dem neuen Eigentümer absprechen müssten und wünschen sich eine öffentliche Fläche. Auch im Sinne des Gemeinschaftsgedanken sei das nicht verkehrt.

Das ist auch im Sinne des Ortsrates: „Ich wäre dagegen, wenn Anlieger einer Straße gewisse Vorrechte bekommen“, erklärt Wilhelm Spangenberg (SPD). Ist die Fläche aber öffentlich, stünde sie jedem offen.

Nun muss die Stadt entscheiden, ob die „Uferschwalben“ ihren ersehnten Treffpunkt bekommen können oder nicht.

VON SANDRA HACKENBERG

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