Angst vor Waldbränden: „Mensch ist größtes Risiko“

Ein Feuerwehrmann bei einer Löschaktion im Wald

Uelzen/Landkreis - Von Sarah Dening. Schon seit einigen Wochen rasen die Temperaturen nur so in die Höhe und Daheimgebliebene, die nicht gerade in der Türkei am Strand liegen und in der Sonne brutzeln, fällt es nicht besonders stark auf, dass sie sich momentan noch in Uelzen befinden - so sommerlich warm ist es hier vor Ort.

Bei all der fröhlichen Sommerstimmung, vergessen manche jedoch allzu schnell, dass so hohe Temperaturen auch die ein oder andere Gefahr mit sich bringen. So warnen die Feuerwehren, die gestern bereits in Emmendorf am Elbe-Seitenkanal mit den Flammen kämpften, vor der immer größer werdenden Gefahr von Waldbränden und bittet die Bevölkerung um höchste Achtsamkeit und Vorsicht. Denn die Selbstentzündung eines Brandes in der freien Natur kommt zwar durchaus vor, in den meisten Fällen jedoch wird nachgeholfen – sei es es bewusst oder einfach nur fahrlässig. Kreisbrandmeister Dieter Ruschenbusch warnt deshalb: „Die größte Brandursache ist immer noch der Mensch. Die Unachtsamkeit der Bürger ist einfach zu hoch!“ Er fordert dazu auf, vorsichtiger und vor allem vernünftiger zu handeln, als es in der Vergangenheit der Fall war.

Dabei sind es die einfachen Brandschutz-Regeln, die es gerade jetzt zu beherzigen gelte: So sollte man keine Glasflaschen aus Autofenstern werfen, denn diese würden das trockene Gras genauso entzünden wie Brenngläser. Ebenso wenig angebracht ist es, seine Zigarettenkippen auf diesem Wege zu entsorgen. Die Brandgefahr ist zu keinem Zeitpunkt höher als im Hochsommer. Aufpassen müsse man auch, dass man Autos mitheißen Katalysatoren nicht auf trockenem Gras abstellt. Erst letzte Woche sind dadurch Fahrzeuge im Landkreis Uelzen in Brand geraten.

In allen Wäldern, Mooren und Heiden ist das Rauchen grundsätzlich verboten. Dennoch lassen sich überall in der Natur Kippen finden. Immer wieder kommt es sogar vor, dass verantwortungslose Menschen ihrer Grill-Leidenschaft sogar im Wald frönen und dort ihren Grill aufstellen oder ein Lagerfeuer zu entzünden. Das mag zwar sehr gemütlich sein, bei dem derzeit herrschenden Wetter ist dieses Freizeitvergnügen jedoch hoch gefährlich.

„Meistens wird die massive Gefahr, einen Brand auszulösen, unterschätzt und man denkt sich als Grillmeister nichts weiter dabei. Aber gerade der Funkenflug beim Grillen ist das Gefährliche“, so Ruschenbusch.

Auch die Polizeiinspektion Lüneburg hat dazu aufgefordert, nun noch stärker auf seine Umgebung und seine Mitmenschen zu achten. Sehr oft sei es vorgekommen, dass spielende Kinder ein Feuer ausgelöst haben. Hier sei auf jeden Fall höchste Vorsicht und Aufklärung angebracht. Weiterhin muss man beachten, dass man Wege und Zufahrten, die in die Wälder führen, auf keinen Fall mit seinem Auto versperren darf. Im Notfall müssen die Waldgebiete mit den Löschfahrzeugen befahrbar sein, damit die Feuerwehren sofort zur Unfallstelle gelangen können.

Ist man gerade zufällig im Wald unterwegs und sieht, dass ein Feuer ausbricht, ist jeder dazu verpflichtet es zu löschen – solange es keine zu großen Ausmaße annimmt, so die Brandschützer. Scheint das Feuer nämlich schon am Anfang nicht eigenhändig zu bändigen, ist sofort die nächste Feuerwehr oder die Forstdienststelle zu benachrichtigen.

Waldbrände vernichten nicht nur den Lebensraum vieler Lebewesen – sie vernichten auch den Erholungsraum der Menschen. Die Feuerwehrkräfte hoffen, dass sich deshalb alle Menschen an diese Ratschläge halten, damit auch sie den Sommer in vollen Zügen genießen können.

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