Wüsten-Bussarde jagen Kaninchen auf Uelzener Friedhof

Angriff aus der Luft

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Erfolgreicher Jäger: Der Wüsten-Bussard mit seinem Opfer zwischen den Krallen.

Uelzen. Kaninchen, Hase und Fasan standen auf der Speisekarte der acht Wüstenbussarde, die am Sonnabend auf dem Uelzener Friedhof auf Beutefang waren.

Zehn Falkner waren mit ihren Greifvögeln nach Uelzen gekommen und erklärten das 22 Hektar große Gelände zwischen Lindenstraße, Scharnhorststraße und Ilmenauufer für einen Tag zu ihrem Jagdrevier für eine Beizjagd. Majestätisch aber blitzschnell segelten die Greifer über die Gräber, wenn sie ihre Beute im Visier hatten. Für die zufälligen Besucher ergab sich ein ungewohntes Schauspiel. Eingeladen von der Friedhofsverwaltung, die sich für diese Lösung entschieden hatte, um der Kaninchenplage, die vor allem den Hinterbliebenen der auf dem Friedhof bestatteten Toten zu schaffen macht, verteilte sich die Gruppe nach dem Falkner-Appell auf dem gesamten Gelände. Zugänge zu den Kaninchenbauten finden sich nicht selten mitten auf den Gräbern. „Das ist ein trauriges Bild, wenn sich die Angehörigen mit der Grabpflege ihrer Verstorbenen so viel Mühe geben und dann nach einigen Tagen ein riesig großes Loch entdecken, wo vorher Pflanzen die Ruhestätte schmückten”, berichtet ein Gärtner, der am Sonnabend mit der Grabpflege betraut war.

So wurde der Friedhof rechtzeitig vor dem Totensonntag von einem Teil der Plage befreit. So fielen den Greifern in der Zeit von morgens um zehn bis zum späten Nachmittag etwa zwei Dutzend Kaninchen zum Opfer sowie ein Hase und ein Fasan, der allerdings nicht zum Plan gehörte.

Von Angelika Jansen

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