Aus dem Gericht: Retouren, die es niemals gab

Angestellte erbeuten 2.500 Euro von ihrem Arbeitgeber

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Gut 2.500 Euro erbeuteten die Angeklagten mit Retouren, die es nie gegeben hat.

Uelzen – Zwei junge Männer aus Uelzen haben ihren ehemaligen Arbeitgeber auf besonders dreiste Art betrogen. Die Kumpels waren Auszubildende in einem Uelzener Bettenlager, als sie über Wochen Retouren an der Kasse durchgeführt haben, die es überhaupt nicht gab.

Die Beute – insgesamt gut 2.500 Euro – teilten sie untereinander auf.

Einen Kleiderschrank, mehrere hochwertige Matratzen und Plissees zum Sonnenschutz an Fenstern haben die Angeklagten retourniert, obwohl die Waren nicht umgetauscht wurden. Weil W. und M. für ihre Betrugsmasche ihre eigenen Mitarbeiterkarten verwendet haben, kam ihnen ihr ehemaliger Arbeitgeber jedoch schnell auf die Schliche.

„Ja, ich geb’s auf jeden Fall zu“, bestätigt der 21 Jahre alte W. die Straftaten. „Ich hab’s auch gleich zugegeben, als ich zum Mitarbeitergespräch geladen wurde.“ 1.000 Euro habe er auch schon zurückgezahlt.

Ähnlich äußert sich sein 25-jähriger Kumpel M.: „Ich hab’ das Geld direkt nach zwei Tagen zurückgezahlt. Ich bereu’ es auch.“ Bis heute hat der junge Mann keine Erklärung dafür, warum sie den Betrug begangen haben. W. ergänzt, dass ihnen die Idee gekommen sei, weil sie gehört hatten, dass es in einer anderen Filiale zu ähnlichen Vorfällen gekommen sei. „War es Langeweile? Keine Ahnung.“

Beide Angeklagten sind sich aber einig, so etwas nicht wieder machen zu wollen. „Das kommt nie wieder vor, definitiv. Das war mir Lehre genug“, behauptet W. Beide haben nach dem Mitarbeitergespräch ihre Jobs verloren. W. macht nun eine Ausbildung zum Autoverkäufer, Kumpel M. geht inzwischen auf die Fachhochschule und jobbt nebenbei. „Ich werd’s nie wieder machen. Das hat mir das Leben ganz schön schwer gemacht“, beteuert er.

„Sie haben sich schlicht rechtswidrig bereichert“, resümiert der Staatsanwalt, der mit Blick auf den erbeuteten Geldbetrag zu bedenken gibt: „Dafür muss jemand, der ehrlich arbeitet, eine ganze Zeit arbeiten.“

Das findet auch Richterin Claudia Hagemann, die laut eigener Aussage nicht so oft Betrugsverfahren mit Beute in vierstelliger Höhe verhandelt: „Das ist schon eine größere Hausnummer.“ W. hat Glück im Unglück: Weil er zum Tatzeitpunkt noch keine 21 Jahre alt war, kommt er mit einer Geldauflage in Höhe von 800 Euro davon, die er in Raten abbezahlen darf. „Das tut schon weh“, gibt er zu. „Das war mehr als ein dummer Jungenstreich“, betont die Richterin.

M. gilt mit 25 Jahren vor dem Gesetz zwar als Erwachsener. Doch weil er derzeit nur über geringe Einkünfte verfügt, kommt auch er mit einer Geldauflage davon. 900 Euro setzt das Gericht fest. Sobald die beiden gezahlt haben, wird das Verfahren wegen gemeinschaftlichen Betrugs gegen sie eingestellt.

VON SANDRA HACKENBERG

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