„Angehörige leiden stumm“

Uelzen Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suchtkranken lädt zum offenen Abend ein

Alkoholsucht
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Nicht nur Suchtkranke leiden unter den Folgen ihrer Erkrankung, sondern auch die Angehörigen. In einer Selbsthilfegruppe für Angehörige können sie sich in Uelzen austauschen.
  • Lars Lohmann
    VonLars Lohmann
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Suchtprobleme betreffen nicht nur den Süchtigen, sondern auch ihre Angehörigen und Freunde haben mit den Folgen zu kämpfen. Sie leiden meist stumm mit, wenn der Partner oder Freund süchtig nach Drogen, Alkohol, Sex oder sonst etwas ist.

Uelzen/Landkreis - Damit Angehörige sich austauschen können, haben Anja Pasewald und Hannelore Niesch vor fünf Jahren eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suchtkranken in Uelzen gegründet. Bei einem offenen Gruppenabend am Donnerstag, 26. August, sollen Interessierte die Möglichkeit bekommen, sich zu informieren.

„Wir lachen, weinen, scherzen und diskutieren miteinander“, fasst Anja Pasewald das Angebot zusammen. Das alles helfe den Angehörigen, mit den Einschränkungen und Belastungen ihrer Co-Sucht umzugehen. Gleichzeitig könnten sie sich untereinander austauschen und voneinander lernen, der Seele wieder Freiräume zu geben und in das Leben zurückzukehren.

„Angehörige leiden stumm. Sie stellen die eigenen Bedürfnisse, oft die Achtung vor sich selbst in den Hintergrund und versuchen die Sucht ihres Angehörigen zu verheimlichen“, schildert Anja Pasewald. Das sei eine ungeheure Belastung, über die in der Selbsthilfegruppe in sicherer Atmosphäre gesprochen werden kann.

Mit dem offenen Gruppenabend wolle man daher Hemmungen nehmen, sich Hilfe zu suchen. „Eine Suchterkrankung ist immer eine Belastung nicht nur für den Kranken, sondern auch für seine Familie“, sagt Anja Pasewald.

„Bei uns wird die Möglichkeit gegeben, offen zu reden und sich Rat einzuholen“, schildert sie. Sie seien keine Experten, würden aber alle in der Gruppe mit ihren Erfahrungen einer Sucht leben. Oberstes Gebot ist dabei die Verschwiegenheit. Was in der Gruppe besprochen wird, soll auch in der Gruppe bleiben. „Alles Gesagte bleibt unter uns“, betonen die Organisatorinnen. Denn nur so könne auch wirklich frei über die Probleme gesprochen werden. Außerdem könne weitere Hilfe vermittelt werden.

Der Anlass der Gründung vor fünf Jahren war laut Anja Pasewald der Wunsch vieler Angehöriger, einen Anlaufpunkt für ihre Probleme zu bekommen. „Wir versuchen zu stützen und immer für-

einander da zu sein“, sagt Anja Pasewald. Dabei sei es aber auch wichtig, den Weg, den ein Mitglied wählt, zu akzeptieren. Jeder gehe mit der Situation anders um.

Der offene Gruppenabend findet am 26. August in den Räumen des sozialpsychatrischen Dienstes Uelzen an der Brauerstraße statt. Dabei werden Angehörige der Selbsthilfegruppe den Interessierten Fragen beantworten.

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