Missbrauchsprozess benötigt sechsten Verhandlungstag

Amtsgericht Uelzen: Angeklagter soll 17-Jährige vergewaltigt haben – Er beschuldigt sie des Diebstahls

Vor dem Amtsgericht Uelzen folgt am 7. November bereits der sechste Prozesstag in dieser Verhandlung.
+
Vor dem Amtsgericht Uelzen folgt am 7. November bereits der sechste Prozesstag in dieser Verhandlung. 

Uelzen – Die Staatsanwalt wirft dem Angeklagten B. vor, am 27. Januar 2018 eine Frau vergewaltigt zu haben. Außerdem soll der 57-Jährige versucht haben, die damals Minderjährige (17) zu sexuellen Handlungen gegen Bezahlung zu bewegen.

Am fünften Prozesstag sagte mit der Zeugin C. eine Freundin des mutmaßlichen Opfers U. vor dem Uelzener Amtsgericht aus.

„Sie sagte, es sei ein Vorstellungsgespräch gewesen, bei dem sie etwas getrunken habe. Später sei sie in Dessous aufgewacht, habe Blut zwischen den Beinen gehabt und sich von einem Freund abholen lassen“, so die Zeugin C. Sie war 20 Minuten zu spät zur Verhandlung erschienen, aber immerhin am richtigen Tag, nachdem auf ihrer Vorladung ein Termin zehn Tage danach angegeben war. C. erklärte zur Verfassung des mutmaßlichen Opfers: „Sie war nach dem Vorfall durch den Wind.“

Laut Richterin Dr. Claudia Hagemann hatte das mutmaßliche Opfer U. zuvor vor Gericht ausgesagt, beim ersten Besuch beim Angeklagten gegen Bezahlung geputzt zu haben. Der Vorfall habe sich dann beim zweiten Besuch ereignet. C. hatte zuvor nach eigener Aussage ein Jobangebot des Angeklagten (Verpacken von Kosmetikartikeln) abgelehnt.

Der Angeklagte wiederum, vor Gericht vertreten von Verteidiger Stefan Hüdepohl, wirft dem mutmaßlichen Opfer U. vor, ihm 1.500 Euro, ein Kleid und ein I-Phone gestohlen zu haben. „Sie will mir was anhängen“, so B.

Eine geladene Zeugin erschien nicht vor Gericht und erhält als Strafe 150 Euro Ordnungsgeld bzw. drei Tage Ordnungshaft. Auf eine Vorladung zum nächsten Prozesstermin am 7. November (9 Uhr) verzichtete Richterin Hagemann allerdings. Dann sollen drei weitere Zeuginnen aussagen, von denen die Staatsanwaltschaft in zwei Fällen aktuell aber nur den Vornamen kennt.

VON TIMO HÖLSCHER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare