Die vier Gesichter des Alten Rathauses erregen die Gemüter – plötzlich sind auch die Arkaden weg

Wie passt das zusammen?

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Die Fassaden des historischen Gebäudes weisen unterschiedliche Stile auf. So sind beispielsweise am Hauptportal noch Fenstersprossen zu sehen.

Uelzen. Passanten bleiben stehen, betrachten die Baustelle, diskutieren miteinander.

Die vier Fassaden des Alten Rathauses mit ihren unterschiedlichen Stilen sorgen für Kritik: „Was mir nicht gefällt, sind die schrecklichen Fenster“, sagt Manuela Grosch und zeigt auf die Nord- und Westseiten des Alten Rathauses. Für sie ist unverständlich, warum die Arkaden weggenommen wurden. Bei einer öffentlichen Diskussion im neuen Rathaus hatte das Gebäudemanagement erklärt, die Arkaden seien baufällig gewesen, und die Vorteile für den künftigen Nutzer hervorgehoben.

Auch für die Rückseite wurden verschiedene Stile gewählt.

Der Betreiber des Cafés Sa-mocca ist jedoch davon ausgegangen, dass die Arkaden erhalten bleiben. In die Entscheidung des Gebäudemanagements, die Arkaden zu entfernen und die Außenmauer des Rathauses an die Stelle zu versetzen, wurde die Haus der Lebenshilfe GmbH nicht einbezogen. Das erklärt Martin Weiß, Werkstättenleiter und somit zuständig fürs Café, das den Werkstattauftrag für die Arbeit mit behinderten und psychisch beeinträchtigten Menschen erfüllen soll. „Es kam von unserer Seite nicht die Forderung nach mehr Fläche.“ Daher sei die Entfernung der Arkaden aus Sicht der Betreiber nicht nötig gewesen, um das Café zu erweitern. Wichtig ist für die Lebenshilfe, so Weiß, dass genug Sonnenlicht in den Saal gelassen wird, wie es durch bodentiefe Fenster geplant ist und auch beim Erhalt der Arkaden nötig gewesen wäre, erklärt er. „Sonst wäre es ziemlich finster.“ Die Fenster im Osten an der Hauptseite lassen durch die Tiefe der Außenmauer nur wenig und auch nur vormittags natürliches Licht hinein, beschreibt er. Daher komme es der Lebenshilfe entgegen, dass zum Norden und zum Westen (gegenüber von der Ratsweinhandlung) hohe Fenster eingelassen sind.

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Durch die Entfernung der Arkaden wurde eine moderne tragende Säule eingebaut, neben historischen Balken – auch dies sei keine Mitentscheidung der Lebenshilfe, betont er. Der Architekt wolle so den Unterschied zwischen dem historischen Original und dem nachträglich Eingefügten verdeutlichen. Das „Samocca“ müsse daher Kaffeeröster und Regale um die Stützen herum planen. Bis zu 16 behinderte Mitarbeiter, die teils schon in der betriebseigenen Kantine geübt haben und teils noch ausgebildet werden, werden zusammen mit Aushilfskräften und dem Fachpersonal der Lebenshilfe im „Samocca“ tätig sein, sagt Susanne Hasler, die das Café leiten wird. Sollten die weiteren Arbeiten nach Plan verlaufen, rechnet Weiß damit, dass Mitte Juli das Café eröffnet wird.

Von Diane Baatani

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