Wohnquartier mit Fragezeichen

Alte Polizeiwache in Uelzen wird abgerissen: Was wird aus dem Grundstück?

Auf dem Gelände stehen noch die Gebäude, die von der Polizei genutzt wurden. Jetzt werden sie abgetragen. Die Arbeiten sollen bis ins neue Jahr dauern.
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Auf dem Gelände stehen noch die Gebäude, die von der Polizei genutzt wurden. Jetzt werden sie abgetragen. Die Arbeiten sollen bis ins neue Jahr dauern.

Uelzen – Ein kleines Stück Mauer erinnert daran, dass früher hier die Uelzener Polizei ihren Sitz hatte: Ein Graffiti zeigt ein Polizeiauto und eine Polizistin mit schwenkender Kelle. Das Bild ist an der einstigen Zufahrt für die Streifenwagen zu entdecken.

Nach dem Umzug des Polizeikommissariats Ende 2018 wenige hundert Meter weiter in einen Neubau ist das Areal an der Lüneburger Straße 44 verwaist. Nun soll der Abriss der Gebäude auf dem Gelände starten. Doch was wird aus dem insgesamt gut 12 500 Quadratmeter großen Grundstück nach den Abbrucharbeiten?.

Lediglich dazu verlautbart wurde bisher: Ein Wohnquartier soll entstehen. Von der Eigentümerin, der Ilmenau-Wiesen GmbH und Co. KG, sind gestern noch keine weiteren Details zu erfahren. Geschäftsführer Burkhard Schenk erklärt, die Gesellschaft befinde sich hierzu mit der Hansestadt Uelzen „in Abstimmung“ Und: „Ein Zeitfenster für die nächsten Schritte ist noch nicht konkret absehbar.“

Schützenswerte Bäume und Trafo-Station

Die Stadtverwaltung ist eingebunden, weil aller Voraussicht nach bestehende Bebauungspläne geändert werden müssen. Das erklärt gestern Stadtsprecherin Ute Krüger. Eine Rolle spielen schützenswerte Bäume, die nicht direkt auf dem Grundstück der alten Polizeiwache stehen, sondern nördlich davon. Sie sind über Festsetzungen im Bebauungsplan gesichert. „Damit ist die Hansestadt bei jeder Änderung beziehungsweise Anpassung einzubinden“, so Ute Krüger.

Erworben hatte die Ilme-nau-Wiesen GmbH und Co. KG das Grundstück und die Gebäude von den Uelzener Stadtwerken. Diese betreiben dort auch noch eine „zentrale Trafo-Station“, über die aktuell 150 Haushalte mit elektrischer Energie versorgt werden, wie Stadtwerke-Sprecherin Franziska Albrecht erläutert. Was mit der Trafo-Station passieren wird, wenn auf dem Gelände das Wohnquartier entsteht, ob sie dafür womöglich verlegt wird, dazu sagt Franziska Albrecht: „Wir prüfen derzeit verschiedene technische Möglichkeiten im Zusammenhang mit der kompletten Stromversorgung der Innenstadt. Das kann jedoch noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.“ Und die Kosten bei einer Verlegung? „Das genaue Verhältnis der Kostenverteilung ist von den Ergebnissen der Planung zur zukünftigen Stromversorgung der Innenstadt sowie auch von den Plänen zur Bebauung des alten Polizeigebäudes abhängig.“

Derweil sind Rechtsstreitigkeiten zur alten Polizeiwache ausgefochten. Ausgangspunkt waren Forderungen der Ilmenau-Wiesen GmbH & Co. KG gegenüber dem Land Niedersachsen. Das sollte weiter Miete für die Gebäude zahlen, obwohl die Polizei sie schon nicht mehr nutzte.

Rechtsstreitigkeiten sind ausgefochten

Nach Auffassung der Eigentümerin war der Mietvertrag nie gekündigt worden; das Land sah das anders, zog vor das Landgericht in Lüneburg, um die Frage klären zu lassen. Die Ilmenau-Wiesen GmbH & Co. KG ging ebenfalls den gerichtlichen Weg. Ende November 2019 wurde das Urteil zugunsten des Landes gesprochen, wonach es keine Miete mehr zahlen musste.

Der Streit war damit aber noch nicht gänzlich beigelegt. Für die Zeit, in der nicht gerichtlich geklärt gewesen war, ob das Land noch Mieter ist oder nicht, hatte es nach eigenen Angaben Aufwendungen für die „Unterhaltung“ und für die „Verkehrssicherung“. Diese Ausgaben wurden nun vom Land eingefordert – und, wie gestern die zuständige Polizeidirektion in Lüneburg mitteilt, inzwischen beglichen. Angaben zur Höhe der Forderungen wurden keine gemacht. Burkhard Schenk äußerte sich auf AZ-Nachfrage nicht zu diesem Thema.

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