Im Alltag die Umwelt schonen

Sie suchen nach Lösungen:Christian Klie, Wieland Utermark und Walter Meyer (von links).

Uelzen - Von Diane Baatani. Es soll kein neuer Rednerclub werden. Die Bürgerinitiative Zukunftsfähiges Deutschland in Uelzen möchte konkret Themen anpacken. Das Bündnis aus verschiedenen Gruppierungen und Privatpersonen entsteht gerade erst, nur wenige Treffen fanden bisher statt. Was die Beteiligten erreichen möchten, darin sind sie sich bereits einig: nachhaltige Forst- und Landwirtschaft sowie Verkehrseffizienz in der Region. Und wie man das erreichen möchte?

Wieland Utermark und Wilfried Meyer aus dem Vorstand der Kreisgruppe Uelzen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Walter Meyer, Ansprechpartner für Uelzen im Vorstand des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Christian Klie und Bernd Ebeling setzen sich für ein zukunftsfähiges Uelzen ein und haben ihre Visionen der AZ vorgestellt. „Was kann man tatsächlich Gutes tun in Uelzen?“, fragen sich Klie und seine Mitstreiter. „Es standen bereits viele Ideen im Raum. Es gilt Menschen zu finden, die diesen Ideen nachgehen.“

Artenvielfalt ist ein Thema, das sich der BUND auf die Fahne geschrieben hat. „Weil wir etwas verschenken, wenn wir die Artenvielfalt leichtfertig aufs Spiel setzen“, erklärt Utermark. Ein Beispiel dafür, dass man etwas erreichen kann, ist für den Uelzener BUND-Vorsitzenden das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept. Nach Gesprächen zwischen Landkreis Uelzen, Akteuren aus Wirtschaft, Politik, Vereinen und Verbänden sei erreicht worden, dass Landwirte aus diesem Raum eine Querverbindung auf ihren Feldern einrichten, lange Streifen für niedrig wachsende Büsche, in denen sich Tiere aufhalten.

Ein weiterer Aspekt ist für Utermark die Feldberegnung. Es ließen sich Methoden finden, damit weniger Wasser verdunstet. Beim landwirtschaftlichen Anbau müsse man die Vielfalt erhalten, fügt Wilfried Meyer hinzu. Und in Wäldern nachhaltig wirtschaften, so dass nicht mehr Wald eingeschlagen werde, als nachwachse. „Es ist wichtig, dass wir mit den Landwirten ins Gespräch kommen, nicht nur aufeinander einhacken“, regt Bernd Ebeling an.

Wie man in der Region Mobilität besser organisieren kann, beschäftigt Klie. „Wie kann man in Uelzen leben und in Hamburg arbeiten?“ Eine Idee dafür hat er schon parat. Carsharing, sozusagen ein Abonnement auf Autoanmietung, ist in anderen Städten schon üblich. „Kann man so etwas hier organisieren“, möchte er herausfinden. Und man müsse in der Region etwas entwickeln, um weniger Kohlendioxid zu produzieren, sagt Walter Meyer. Langsamer fahren, schlägt er unter anderem vor. Die Autobahn 39 ist für ihn keine Alternative. „Die Autobahn ist weniger für die Region gedacht, sondern für Zentren.“ Vor allem die Autoindustrie profitiere davon, kritisiert er.

Für die Treffen zum zukunftsfähigen Deutschland schreiben die Veranstalter Vereine, Verbände und Schulen an. Dass beim jüngsten Treffen im März auch Jugendliche dabei waren, die sich „tatkräftig geäußert haben“, stimmt die Runde zufrieden. „Es ist nicht nur ein Thema der Erwachsenen, sondern der Zukunft.“

Anstoß für die Treffen von Privatpersonen und Vereinen in Uelzen ist die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“. Das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie hat das Werk im Auftrag vom BUND, Brot für die Welt und dem Evangelischen Entwicklungsdienst erarbeitet. „Der Klimawandel ruft nach einem Zivilisationswandel“, sagt der Wuppertaler Wissenschaftler Michael Kopatz und hat Leitstrategien aufgestellt. Seine Studie stellte Kopatz in Uelzen Ende vergangenen Jahres vor (AZ berichtete).

Bei der nächsten Veranstaltung am 28. April im Restaurant Italia, Bahnhofstraße 33, sollen konkrete Projekte angeschoben werden. Ein Umwelt-, Sozial- und Kulturzentrum möchten die Beteiligten finden, „eine Anlaufstelle für die Zukunft, so etwas fehlt hier“, betont Ebeling. Und für drei Tage in der ökologischen Landpartie vom 10. bis 20. Juni wurde die Stadthalle zu weiteren Gesprächen reserviert.

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