Alleine gegen alle

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Henning Weize war Mann der ersten Stunde bei Metronom – im April 2010 wurde ihm gekündigt.

dpa Uelzen/Hannover. Ein einzelner Eisenbahner will es mit der Deutschen Bahn aufnehmen und dem Staatskonzern den Betrieb der Strecken in der Lüneburger Heide streitig machen. Mit seiner kürzlich gegründeten Bürgerbahn hat sich Ex-Metronom-Chef Henning Weize an der Ausschreibung der Strecken von Hannover nach Buchholz sowie von Bremen nach Uelzen beteiligt.

Weize war bis zu seiner Kündigung im April 2010 Geschäftsführer bei Niedersachsens Vorzeige-Privatbahn mit Sitz in Uelzen. In der Lüneburger Heide wolle er mit der kundenorientierten Bürgerbahn Menschen zum Umstieg vom Auto auf die Schiene bewegen, teilte Weize am Mittwoch mit. Kritik äußert er allerdings am Vergabeverfahren der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG). Die Fristen seien zu kurz, sagte er.

Bislang hat die Deutsche Bahn die Züge auf der Heidebahn gefahren. Macht ein privater Wettbewerber das Rennen, übernimmt er ab Dezember 2011 den Betrieb. Wer als Gewinner aus der Ausschreibung hervorgeht, will die LNVG nach eigenen Angaben Mitte Februar entscheiden.

Die Entlassung von Weize hatte kurz vor dem Verkauf des Metronom-Mehrheitseigners Arriva an die Deutsche Bahn für Unruhe in Belegschaft und Politik gesorgt. Ein Gericht hatte die fristlose Kündigung im September für unwirksam erklärt, ein Berufungsverfahren steht aber noch aus. Als Hintergrund wird ein Streit im Gesellschafter-Geflecht von Metronom vermutet. Die Privatbahn hatte sich unter Weizes Führung zu einem kundenorientierten Unternehmen mit deutlichem Fahrgastzuwachs entwickelt.

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