Alle Steine „in bester Ordnung“

Stelldichein beim Schützenstein: Auch der Regen konnte der Schützengilde und ihren Gästen beim gestrigen Grenzbeziehen nichts anhaben.

Uelzen - Von Meike Bornemann. Der Regen tat der guten Stimmung keinen Abbruch: In drei langen Zügen kamen die Schützengilde Uelzen, Musiker und mehrere hundert Schaulustige gestern Vormittag am Schützenstein im Herzen des Stadtwaldes an. Sie wurden mitdrei donnernden Salutschüssen des Vorderladerclubs Uelzen begrüßt. In alter Tradition hatten diese ihr Lager dort aufgebaut.

Zum 276. Mal wurde das traditionelle Grenzbeziehen der Schützengilde veranstaltet. Dieses ist seit dem Jahr 1547 urkundlich nachweisbar und nie ganz erloschen. Die damaligen Grenzen wurden durch markante Bäume, Erdhügel und große Steine, so genannte Schnedesteine, den Nachbarn sichtbar. Noch heute werden beim alle fünf Jahre stattfindenden Grenzbeziehen die Grenzsteine Jagen 1/3 (er markierte früher die Grenze zu Veerßen), Jagen 5/7(Hansen) und Jagen 7/9 (Bohlsen) überprüft. „Alles in bester Ordnung, ich habe auch nichts anderes erwartet“, sagte Stadthauptmann Christian Wulf zufrieden.

Viele befreundete Vereine aus Nah und Fern nahmen an dieser Veranstaltung teil. Die Schützenfreunde aus dem schwäbischen Reutlingen und die Musikkapelle aus dem bayerischen Wallgau hatten die weite Anreise nicht gescheut. „Wir sind schon seit vielen Jahren beim Uelzener Schützenfest dabei“, erzählte eine Schützenschwester aus Reutlingen. Sie genoss das Fest, das „ganz anders ist als bei uns zu Hause“, denn dort gibt es nur alle fünf Jahre ein Schützenfest.

Um kurz vor 10 Uhr am Grenzstein angekommen, nahmen die Uelzener Schützen die letzten Ehrungen ihres diesjährigen Fests vor. Zum Grenzmeister proklamiert wurde Dieter Richter (SK Kirch-/Westerweyhe) vor Rottmeister Michael Schultze und Uwe Bostelmann. Die Grenzmeister-Ehrenscheibe nahm Maik Pollehn von der Kyffhäuserkameradschaft Veerßen entgegen. Zur Jugendkönigin wurde Ann-Kathrin Hövermann vom SSV Uelzen proklamiert. Neuer Bürgerkönig ist Jürgen Schirrmeister.

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte nahm in Schützentracht am Grenzbeziehen teil. „Bewährtes muss erhalten werden, damit die Zukunft gestaltet werden kann“, erklärte er.

Nach der Verpflichtung der neuen Gildemitglieder und dem gemeinsam gesungenen Uhlenköperlied ließen es sich die einzelnen Kompanien mit ihren Gästen unter dem frischen grünen Blätterdach des Stadtwaldes gut gehen. Es wurden gute Gespräche geführt, Freundschaften vertieft. Am Mittag ging der ganze Zug dann auf der Turmlinie – „wenn die Bäume nicht wären, könnte man vom Schützenstein den Kirchturm von St. Marien sehen“, so Stadthauptmann Wulf – zurück zum Schützenplatz.

Am heutigen Dienstag ab 20 Uhr findet im Theater an der Ilmenau das Konzert zu Ehren der neuen Majestät Jens Kunze und des Stadthauptmannes statt. Karten gibt es in der Touristinformation im Rathaus. Der große öffentliche Königsball steigt am Sonnabend, 29. Mai, ab 20 Uhr in der Stadthalle.

Einen ausführlichen Bericht über die übrigen Programmpunkte des Schützenfests am Pfingstwochenende lesen Sie in der Dienstag-Ausgabe der AZ.

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