Alarmstufe fünf in den Wäldern

Flugbeobachter Jörg Buchholz (von links), Förster Michael Friebe und Pilot Michael Schwan schauen auf dem Flugplatz im niedersächsischen Lüneburg auf eine Waldbrandkarte.

Landkreis - Von Jörn Nolting. Seit gestern kreist es über den Landkreisen Uelzen, Lüneburg und Gifhorn: Wer in diesen heißen Tagen ein kleines rotes Flugzeug am Himmel erblickt, das womöglich gleich mehrfach über einer Ortschaft kreist, der hat vermutlich das Flugzeug des Feuerwehr-Flugdienstes Lüneburg gesichtet.

Auf Anforderung der Polizeidirektion Lüneburg hat der Feuerwehr-Flugdienst des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen seine Tätigkeit am gestrigen Freitag aufgenommen. Hintergrund ist die andauernde Wärme und die zuletzt ausbleibenden größeren Niederschlagsmengen. Die sich weiter abzeichnende Trockenheit lässt die Brandgefahr in Heide-, Moor- und Waldgebieten erheblich ansteigen. Aktuell gilt für das kommende Wochenende voraussichtlich die höchste Waldbrandstufe 5 für große Teile von Nordost-Niedersachsen.

Es wird das Flugzeug des Feuerwehr-Flugdienstes vom Standort Lüneburg eingesetzt. Der Feuerwehr-Flugdienst fliegt üblicherweise in der Zeit von 12 bis 19 Uhr. Dabei legt er in der Regel drei Runden zurück, die weite Bereiche der Landkreise Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen, Soltau-Fallingbostel und Harburg abdecken. Neben dem Piloten sind ein Förster der Niedersächsischen Landesforsten und ein Beobachter der Feuerwehr mit an Bord.

Die Polizeidirektion Lüneburg und auch der Kreisbrandmeister des Landkreises Uelzen, Dieter Ruschenbusch, appellieren aufgrund der hohen Waldbrandgefahr, sich an einige grundlegende Regeln der Brandverhütung zu halten: Vom 1. März bis 31. Oktober ist es verboten, in Wäldern, Mooren und Heiden offene Feuer zu entzünden oder zu rauchen.

Die Gefahr, die von achtlos aus dem Auto geworfenen Zigarettenkippen oder Glasflaschen ausgeht, wird besonders häufig unterschätzt – oft beginnen Waldbrände vom Straßenrand aus. „Es ist auch darauf zu achten, dass Autos mit Katalysatoren nicht über trockenem Gras oder Heide geparkt werden dürfen“, rät Dieter Ruschenbusch. Auch Grillhütten im Wald sollten bei dieser Witterung möglichst nicht genutzt werden.

Vielfach sind Brände auch durch spielende Kinder entstanden. Erwachsene sollten den Nachwuchs deshalb rechtzeitig über das besondere Risiko aufklären. Beim Parken am Waldrand müssen generell die Wege und Zufahrten freigehalten werden, um im Notfall den Löschfahrzeugen ein schnelles Durchkommen zu ermöglichen.

Jeder Waldbesucher ist verpflichtet, Waldbrände zu verhüten und zu bekämpfen. Scheint der eigene Löschversuch erfolglos oder von vornherein aussichtslos, so muss umgehend die Polizei, Feuerwehr oder die nächste Forstdienststelle informiert werden. Waldbrände vernichten nicht nur den Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, sondern auch den Erholungsraum. Außerdem sind die finanziellen Schäden oft beträchtlich und bewegen sich alljährlich bundesweit in Millionenhöhe.

Überwacht wird das Gebiet zusätzlich mit Kameras, die die alten Waldbrandüberwachungstürme ablösen. Solche Kameras befinden sich in Zernien und Gorleben, im Landkreis Uelzen wird bei Himbergen ein Turm mit dieser neuen Technik ausgestattet.

Einen ersten kleinen Waldbrand im Landkreis Uelzen gab es bereits am vergangenen Sonntag bei Räber.

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