Wartelisten und kein Personal in Sicht: Dramatische Pflegesituation im Landkreis

Alarm am Lebensabend

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Angeregt diskutierten Experten und Bürger beim Stadtgespräch im Café Samocca über die Pflegesituation im Landkreis. 

Uelzen/Landkreis. „Alarm am Lebensabend“: Passender hätte der Titel des jüngsten Stadtgesprächs im Café Samocca die Pflegesituation im Landkreis Uelzen nicht beschreiben können. Es herrscht akuter Versorgungsnotstand.

Die Prognosen sind düster, Personal ist nicht in Sicht.

Für die ambulante Pflege gibt es laut Birgit Ohrenschall-Reinhardt vom Pflegeteam Uelzen mittlerweile Wartelisten: „Wir müssen Patienten ablehnen, weil wir sie nicht versorgen können.“ Und so ergehe es jedem der 16 ambulanten Pflegedienste im Landkreis. Die Betreiberin des Pflegedienstes arbeitet seit 25 Jahren in der ambulanten Pflege, „und so schlecht wie heute war die Situation noch nie.“

Und auch in den 28 vollständigen Pflegeeinrichtungen im Landkreis Uelzen sieht es nicht besser aus. Zwar berichtete Werner Marienfeld vom Sozialamt des Landkreises, dass von 1811 zur Verfügung stehenden Betten derzeit 122 frei seien, doch: „Die Betten sind teilweise leer, weil kein Personal da ist, das die Menschen versorgen könnte“, erklärt Birgit Ohrenschall-Reinhardt.

Schuld ist für sie die Bundespolitik: „Wir wissen seit 30 Jahren vom demografischen Wandel, doch die Politik versteckt sich.“ Gabriele Witt vom Paritätischen Pflegedienst sagt: „Es ist toll, dass die Bundesregierung 8000 Arbeitsplätze schaffen will. Aber man muss erst einmal Menschen finden, die den Beruf machen wollen.“ So sind bundesweit derzeit 36 000 Stellen in der Pflege unbesetzt.

Experten und Bürger diskutierten angeregt, was auf Kommunalebene getan werden kann, um die Pflege im Landkreis zu verbessern.

Von Sandra Hackenberg

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