Anwohner sind genervt von rasenden Lkws und demolierten Autos

Alarm in der Friedrichsruh

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Ein Sattelschlepper zwängt sich in die Friedrichsruh. Bei so einem Abbiegemanöver wurde das Fahrradwege-Schild verdreht.

Hanstedt II. So richtig zur Ruhe kommen sie in ihrer Straße seit Jahren nicht. Doch die Erntezeit macht den Anwohnern der Friedrichsruh in Hanstedt II besonders zu schaffen: Lkw- und Treckerfahrer nutzen die Wohnstraße oft als Abkürzung, wenn sie in Richtung Klein Liedern oder Rätzlingen wollen.

Parallel verläuft die Bundesstraße  71, doch diese 50 Meter weiter zu fahren, ist vielen Fahrern offenbar zu umständlich. So wird die Friedrichsruh seit Jahren als Durchfahrtsstraße genutzt (AZ berichtete).

Aber nicht nur der Lärm der mit Kartoffeln und Rüben beladenen Sattelschlepper zehrt an den Nerven der Bewohner: Die Straße ist nicht für große Lkws ausgelegt. Das Radwege-Schild an der Ecke ist inzwischen um 45 Grad verdreht, weil die Sattelschlepper sehr weit ausholen müssen, um überhaupt in die Friedrichsruh abbiegen zu können. „Es wurden auch schon mehrere Autos demoliert“, berichtet ein Anwohner jetzt in der Sitzung des Ortsrates Groß Liedern/Hanstedt II/Mehre, unter anderem sein eigenes.

Die Kratzer im Lack zu entfernen habe 2100 Euro gekostet. „Ich musste eine Selbstbeteiligung zahlen und meine Versicherung hat mich hochgestuft“, erzählt der Mann, denn vom Unfallverursacher fehlt jede Spur. „Es kann nicht sein, dass nachts schnell durch die Straße gefahren wird und man bei einem Schaden nicht einmal bereit ist, die Kosten zu übernehmen.“

Die Landwirte der umliegenden Dörfer hätten mittlerweile größtenteils Verständnis gezeigt und fahren über die B 71. Als Verursacher vermutet der Anwohner einen auswärtigen Fahrer. „Die stehen unter Zeitdruck und wir in der Straße kümmern sie nicht.“

Eigentlich gilt in der Friedrichsruh Tempo 30, doch das halte die Lkw-Fahrer nicht davon ab, mit 50 oder 60 Sachen durch die Straße zu brettern, was laut dem Anwohner auch gefährlich ist: „Es wundert mich, dass bis jetzt noch keinem Kind was passiert ist.“

Weil die schweren Sattelschlepper zu schnell durch die Friedrichsruh fahren, befürchten die Bewohner, dass die Straße kaputt geht: „Und dann müssen wir Anliegerbeiträge zahlen, obwohl wir nichts dafür können.“

Ortsbürgermeister Wilfried Teichmann steht mit dem Uelzener Baudezernat in Kontakt und hat einen Vorschlag gemacht: „Man könnte von beiden Seiten eine Einbahnstraßenregelung treffen, sodass dort nur noch aus der Straße heraus gefahren werden darf.“ Die Einfahrt in die Friedrichsruh wäre dann nur noch über die beiden Nebenstraßen möglich. In den kommenden Wochen will Teichmann über diese Möglichkeit mit den Bewohnern sprechen: „Am Ende geht es darum, was die Anlieger wollen.“

Einer von ihnen hätte noch einen anderen Vorschlag: „Wir könnten auch einfach einen großen Blumenkübel auf die Straße stellen“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Von Sandra Hackenberg

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