Aktionismus hilft nicht weiter

Von Marc RathUelzen. Ungeachtet der Entscheidung auf der Ratssitzung am 21. Juni wird die Bauverwaltung in der nächsten Woche bereits mit den Wochenmarkthändlern über "ein Zusammenschieben der Marktstände" sprechen, wenn es zur Einrichtung einer Fußgängerzone in der Veerßer Straße kommt. Das kündigte Baudezernent Karsten Scheele-Krogull gestern Abend im Wirtschaftsförderungsausschuss der Stadt an.

So soll Platz für Bänke geschaffen werden. Die Sitzgelegenheiten waren im Zuge der Wochenmarktverlegung in den Marktstraßen abmontiert worden. Zudem soll es in dem Provisorium bis zum Start der auf 200 000 Euro veranschlagten Umbaumaßnahmen im Frühjahr erweiterte Nutzungsmöglichkeiten für Cafés und Gastronomie geben.Auch in der zweiten Fachausschusssitzung kam es am Ende zu dem allseits erwarteten knappen Abstimmungsergebnis: Die sechs Mitglieder des SPD/FDP-Bündnisses stimmten mit Ja, während es fünf Nein-Stimmen auf Seiten von CDU und Grünen für die von der Verwaltung vorschlagene Variante einer Fußgängerzone im Abschnitt zwischen Altem Rathaus und Turmstraße gab.Der Vorsitzende des Uelzener Handelsvereins, Uwe Schwenke, hatte zuvor eindringlich vor diesem Schritt zum jetzigen Zeitpunkt gewarnt. Eine Fußgängerzone sei nur erfolgreich, wenn in ihr ein Magnetbetrieb und touristische Attraktionen vorhanden sind, zitierte er aus Expertisen. Beides könne die Veerßer Straße derzeit nicht vorweisen.SPD-Vertreter Willi Saatkamp freute sich hingegen, dass er diesen Schritt zum Abschluss seines kommunalpolitischen Engagements erleben dürfe. Der Verkehr verschwinde damit "aus dem schönsten Teil der Innenstadt". Dort werde dann "der Kaffee besser schmecken".Heinz-Joachim Höfer (CDU) wies den Ansatz der Sozialdemokraten zurück: "Aktionismus hilft uns nicht weiter." Fraktionschef Stefan Hüdepohl erneuerte seine Bedenken. Er kritisierte, dass wegen der Einrichtung der Fußgängerzone der Umbau des vor dem Verfall stehenden Schnellenmarktes verzögert werde.Ariane Schmäschke von den Grünen warb für das von ihrer Fraktion vorgeschlagene Shared-Space-Modell einer Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. "Das wäre ein guter Kompromiss zwischen allen Positionen", befand sie. Funktioniere diese Variante, müsste man in dem Abschnitt später nur noch die Verkehrsschilder austauschen, um eine Fußgängerzone einzurichten.

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