AZ-Interview mit Ulrich Gustävel: Noch drei Tage bis zum Uelzener Herbert-Grönemeyer-Konzert

400 Akteure für einen Künstler

Beratung zum Thema Sicherheit: Björn Busenius vom DRK-Rettungsdienst, Streifendienst-Leiter Ralf Munstermann, Mitveranstalter Uli Gustävel und DRK-Kreisbereitschaftsleiter Andreas Schulze (von links) besichtigen das Open-Air-Gelände. Fotos: Ph. Schulze

Uelzen. Eifriges Treiben herrscht auf dem Albrecht-Thaer-Gelände in Uelzen. Die Bühne steht schon bereit. Vertreter von DRK und Polizei schauen sich die Situation vor Ort an, um auf alles vorbereitet zu sein.

In der Jabelmannhalle wird auch geräumt, Tische werden hin- und hergetragen. Während Herbert Grönemeyer morgen Abend in Lontzen in Belgien schon auf der Bühne sein Schiffsverkehr-Programm startet, laufen in Uelzen noch die Vorbereitungen für den Auftakt der Deutschland-Tournee am Sonnabend. Mitveranstalter Ulrich Gustävel ruft seinen Mitarbeitern noch letzte Anweisungen zu. Im AZ-Interview berichtet er von der Situation hinter der Kulisse.

AZ: Hier wird schon fleißig geräumt. Was passiert in der Jabelmannhalle noch in den nächsten drei Tagen?

Gustävel: Es ist so, dass wir Vorbereitungsarbeiten machen, damit der Tross, der in der Nacht zu Samstag kommt, alles so vorfindet, dass der technische Aufbau fertig gemacht werden kann. Es werden Garderoben eingerichtet, Büros erstellt, Telefonleitungen und Stromleitungen verlegt, und außen vor der Halle wird ein Küchenzelt aufgebaut.

In der Halle wird es einen großen Aufenthaltsbereich geben, mit Fernsehern, Duschcontainern, und eine eigene Wäscherei. Es ist eine große Entourage auf Tour, 120 Leute, die müssen irgendwann Wäsche waschen.

Wird ein großes Catering für Herbert Grönemeyer aufgefahren?

Die Leute kochen selbst mit einer mobilen Küche. Es wird eine komplette Küche eingebaut, Kühlcontainer wird es auch geben. Weil am Sonntag in Magdeburg schon das nächste Konzert ist, müssen sie für zwei Tage einkaufen und brauchen Kühlcontainer.

Und wie geht es auf dem Albrecht-Thaer-Gelände voran?

Die Tribüne steht schon, die Bühne wird heute, Donnerstag und Freitag gebaut. Sie ist größer als die vom letzten Open Air: 50 Meter breit und 20 Meter hoch, mit einer Laufnase, weil Herbert Grönemeyer gerne Kontakt zum Publikum hat und über den Steg läuft.

Wo wird sich Grönemeyer hier aufhalten?

In der Jabelmannhalle wird ein Raum eingerichtet. Es fährt eine Firma mit dem Tross mit, die den Raum ausstattet. Das ist ganz normal, dass Firmen mitfahren, die den Garderoben-Trakt einrichten, damit er auf der Tour gleich aussieht. Der Trakt wird immer wieder gleich eingerichtet.

Herbert Grönemeyer ist doch Fußballfan. Kann er am Samstag hier die Champions League sehen?

Wir haben in der Jabelmannhalle vier Fernseher, auch im Foyer können Leute das Spiel gucken. Es war kurze Zeit im Gespräch, ob es auf dem Gelände eine Übertragungswand gibt, aber dann wurde entschieden, dass es zu sehr vom eigentlichen Geschehen ablenken würde. Es gibt Leute, die nur Herbert Grönemeyer sehen wollen. Ich kann mir vorstellen, dass er das Publikum über den Spielstand auf dem Laufenden hält.

Wie viele Personen arbeiten hinter der Bühne?

Es sind sicher 400 Leute, die für einen reibungslosen Ablauf sorgen, Rettungssanitäter, Security-Leute, Feuerwehr, Polizei bis zur Wäscherei, das ist eine kleine Stadt. Die Bühne wird nachts abgebaut, ein Zwölf-Tonner für die Bühne, acht Sattelzüge für die reine Licht- und Tontechnik, sechs Reisebusse mit Schlafplätzen für die Crew plus ein Bus für Herbert Grönemeyer, mit dem sie von hier aus direkt weiterfahren.

Und wir haben drei Leute, die nur dafür zuständig sind einzukaufen. Wenn eine Schraube fehlt, fahren sie los. Ich glaube, dass der Künstler relativ pflegeleicht ist, aber es gibt in der Crew Vegetarier, Veganer, das ist aufwändiger.

Und worauf kann sich das Publikum vorbereiten? Wie sieht es mit der Verpflegung aus?

Wir haben 30 unterschiedliche Essen- und Foodstände, von Crusheis über Pizza bis zu Fisch gibt es alles auf dem Gelände. Und wir haben ein eigenständiges VIP-Dorf, mit einer kleinen Flaniermeile und unterschiedlichen Bars, zu denen die Ehrengäste gehen können, und sie können direkt auf die Tribüne. Und es gibt ein großes Behindertenpodest, sodass zum Beispiel auch Rollstuhlfahrer gut sehen können.

Warum steht eigentlich jetzt auf den Eintrittskarten Almased-Arena?

Seit letztem Jahr ist Almased Kooperationspartner der Jabelmannhalle bei den Open-Air-Veranstaltungen. Wir wollen im Laufe der Jahre eine mobile Arena hier entstehen lassen, die es uns ermöglicht, auch über Jahre hinweg große Künstler nach Uelzen zu bekommen. Die Tribüne wird sich je nach Publikumsmenge immer den jeweiligen Künstlern anpassen. Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal eine Tribüne. Im nächsten Jahr könnten es zum Beispiel zwei Tribünen sein, das können wir variieren.

Können wir also auch im nächsten Jahr wieder mit einem Open Air rechnen?

Es ist in der Planung, dass wir einmal im Jahr solch eine große Sache machen. In diesem Jahr ist das „Uelzen Open R“ ein Einzelkonzert, aufgrund des Auftakts für die bundesweite Tour haben wir darauf verzichtet, weitere Künstler dazu zu buchen. Es ist davon auszugehen, im nächsten Jahr wieder ein Festival zu machen. Dann wird es ein Jubiläums-Festival, fünf Jahre Open Air in Uelzen. Wir sind schon dabei, das Netz wieder zu spannen. Es soll einmal pro Jahr ein fester Bestandteil werden.

Von Diane Baatani

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