„Die Kernaufgaben verkannt“: Heiko Blume kritisiert die Begründung

Agentur-Sitz zieht nach Lüneburg

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Uelzen/Landkreis. Der Sitz der Uelzener Agentur für Arbeit (AA) wird künftig in Lüneburg angesiedelt. Der Service-Bereich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer soll aber weiterhin vor Ort bleiben. Der Vorstand der Bundesagentur hat gestern diese Entscheidung getroffen.

Ab Herbst 2012 wird die Zusammenlegung mit Lüneburg schrittweise erfolgen. Die AA Lüneburg-Uelzen umfasst dann die Landkreise Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Uelzen.

Der Vorstand begründet den Umzug nach Lüneburg damit, dass „wichtige Netzwerkpartner wie die Kammern“ ihren Sitz dort haben. „Zudem spielt die größere Nähe zum dynamischen Hamburger Umland eine Rolle“, teilt die Agentur mit. Zwei Begründungen, die der künftige Landrat Heiko Blume nicht nachvollziehen kann. „Die Begründungen überraschen mich“, erklärt er. „Ich denke, dass die Kernaufgaben einer Agentur für Arbeit verkannt worden sind.“ Die Probleme und die Kunden seien schließlich nicht im Hamburger Umland zu finden. „Gerade die Leitung wird ja in dem Hamburg-ferneren Bereich benötigt.“ Daher möchte er sich gemeinsam mit dem Landkreis und der Stadt Uelzen für den Erhalt der Arbeitsplätze einsetzen, die in Uelzen verbleiben. „Das müssen wir schon ein Auge drauf haben“, sagt Blume. Denn für ihn ist klar: „Aber natürlich werden nicht alle Arbeitsplätze hier erhalten bleiben.“ Die AA in Uelzen hingegen teilt auf AZ-Nachfrage mit: „Die Beschäftigten bleiben vor Ort. Wir gehen davon aus, dass es in der Leitungsstruktur Veränderungen geben wird.“

Die Geschäftsstelle und die Dienstleistungen für Unternehmen sowie für Arbeit- und Ausbildungssuchende sollen nach Angaben der Agentur weiterhin mit dem gewohnten Service gewährleistet werden.

Im Sommer des nächsten Jahres wird der Altkreis Soltau, der bisher zum Agenturbezirk Uelzen gehört, organisatorisch der AA Celle zugeordnet. Damit wird der gesamte Heidekreis Bestandteil der AA Celle sein.

Auch Henning Otte, CDU-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Celle/Uelzen, bedauert, dass im Zuge der Fusion der Agenturen Lüneburg den Vorzug vor Uelzen erhalten hat. „Die Gründe, die für Uelzen sprachen, wurden offenbar nicht berücksichtigt“, kritisiert Otte. Die Entscheidung dürfe nicht dazu führen, dass das nachgeordnete Personal ebenso nach Lüneburg versetzt werde.

Eine Rückmeldung auf die Resolution, die der Uelzener Kreistag an die Bundesagentur verschickt hatte, habe es nicht gegeben. „Ich habe nicht einmal eine Eingangsbestätigung bekommen“, sagt Blume.

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