Anwohner der Meierstraße streitet seit Jahren mit der Stadt über üppige Kugelahorn-Kronen

Ärger über wuchernde Alleebäume

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Seit Jahren ärgert sich Wilhelm Rosteck über die Kugelahornbäume in dem Bereich rund um die Meierstraße. Unter anderem würden die üppigen Kronen die Straßenlaternen verdecken, sodass es nachts „stockdunkel“ ist.

Uelzen. Wilhelm Rosteck lebt schon über 40 Jahre in seinem Haus an der Uelzener Meierstraße – und mindestens genauso lange säumen dort Kugelahornbäume die Straßen.

An manchen Häusern reichen die ausladenden Baumkronen bereits bis an die Fassade.

Doch seit einigen Jahren sind dem 74-Jährigen und anderen Nachbarn die Bäume im Bereich rund um die Meierstraße ein Dorn im Auge. Der Grund sind die wuchernden, ausladenden Kronen, die bis zu acht Meter breit werden. Seit Jahren mahnt der Senior das bei der Stadt an. „Ich habe nichts gegen Bäume, wir mögen Grün“, versichert Rosteck. „Aber die Kronen müssen ordentlich zurückgeschnitten werden.“ Das sei das letzte Mal vor drei Jahren der Fall gewesen, „und auch nur an sechs Bäumen“. Mittlerweile wachsen einige Ahornbäume bereits an die Häuserwände.

„Einige der Kugelahorne sind im letzten Jahr beschnitten worden, sodass das Lichtraumprofil ausreichend freigehalten wird“, findet dagegen die Stadt. Aktueller Handlungsbedarf durch frische Triebe bestehe lediglich an zwei Bäumen an der Ecke zur Kasernenstraße. „Dort wird die Hansestadt in Kürze tätig.“

Das Problem an den ausladenden Kronen: „Einige Bewohner müssen tagsüber in ihren Wohnungen das Licht anmachen, weil die Bäume kein Tageslicht durchlassen.“ Das könne doch kein Dauerzustand sein, findet der Senior. Mehrere Straßenlaternen sind mittlerweile von den üppigen Baumkronen verdeckt. „Nachts ist es hier komplett dunkel“, berichtet er.

Ahornbäume seien eben keine Straßenbäume für Wohngebiete. Die Stadt erklärt dazu: „Kugelahorne sind gemäß der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz in der Liste der geeigneten Straßenbäume aufgeführt.“ Die Beschattung im betroffenen Bereich beurteile man als zumutbar.

Doch noch eine andere Sache ärgert Rosteck: „Weil die Baumkronen bis an die Häuser reichen, kommen Marder leicht auf die Dächer.“ Die Tiere hätten bereits Ziegel gelockert und teilweise sogar entfernt. Rosteck hat die Schäden mit Fotos dokumentiert und an die Stadt geschickt – denn, wenn es nach ihm geht, müsste die Kommune für den Schaden aufkommen.

Als Antwort erhielt er ein Schreiben von Bürgermeister Jürgen Markwardt. Dass ein Marder die Schäden am Dach verursacht hat, indem er über städtische Bäume geklettert ist, sei „eine Vermutung, die Sie weder belegt oder bewiesen haben“.

Das sieht Rosteck anders: „Ich habe den Beweis durch die Fotos erbracht.“ Weder Hunde noch Katzen oder Kaninchen würden nachts über Dächer kriechen. „Und Marder melden sich nicht an, so kann ich das Tier leider nachts nicht fotografieren.“

Ob sich der Senior und die Stadt einigen können, ist fraglich. „Die Bäume sind vital, zeigen keinerlei Schäden oder Krankheiten“, befindet die Stadt. „Ein großflächiger Rückschnitt der Bäume würde den natürlichen Habitus der Bäume zerstören und ihren Bestand gefährden.“

Doch Wilhelm Rosteck will nicht locker lassen – und, wenn es nicht anders geht, klagen. „Doch das wäre schade“, sagt er. „Ich denke, so was könnte man auch vor Ort klären.“

Von Sandra Hackenberg

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