AStA: Marcus Pretzell eine Provokation

Ärger nach AfD-Besuch: Politiker wirft Polizei „absichtliches Versagen“ vor

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AfD-Politiker Marcus Pretzell sollte eigentlich einen Vortrag auf Einladung des AfD-Kreisverbandes Lüchow-Dannenberg/Lüneburg halten, doch Demonstranten verhinderten den Vortrag. Jetzt wirft Pretzell der Polizei „absichtliches Versagen“ vor.

Lüneburg. „AfD adé“, schreibt der AStA der Lüneburger Leuphana über die Ereignisse vom vergangenen Freitag. 500 Menschen protestierten gegen den Auftritt des Europaabgeordneten Marcus Pretzell (AfD) in Lüneburg.

Die Veranstaltung musste abgebrochen werden (AZ berichtete).

„Das Pretzell in einem Hörsaal der Leuphana sprechen sollte, war für viele ein Schlag ins Gesicht“, teilt der AStA mit. Die Lüneburger Uni sei ein offener Ort, wo sich viele Initiativen für Flüchtlinge entwickelt haben. Jemanden wie Pretzell einzuladen, der den Schusswaffengebrauch an der Grenze als Ultima Ratio in der Flüchtlingspolitik ansehe, sei eine ungeheure Provokation. Außerdem habe die AfD entgegen ihre Ankündigung, dass Studenten an der Veranstaltung teilnehmen können, dies verhindert. So sei jegliche Diskussionsmöglichkeit im Keime erstickt wurden. Die Studenten seien am betreten des Hörsaals gehindert worden.

Pretzell hingegen wirft der Lüneburger Polizei „absichtliches Versagen“ vor. Auf seiner Facebookseite schreibt er: Die Polizei habe sie letzlich hinausgeführt, aber weder etwas gegen Rempeleien noch gegen anspuckende Aktivisten unternommen. Sie habe auch nicht verhindert, dass diese zwischen den AfD-Mitgliedern liefen. „Liebe Lüneburger Polizei, bei aller Sympathie, das war nicht nur fahrlässig, sondern bewusste Sabotage“, meint Pretzell.

„Wir sind neutral und haben – soweit wie möglich – die Veranstaltung beschützt“ erklärt dazu Polizeisprecherin Ute Freudenberg. Die Polizei sei mit einer halben Hundertschaft vor Ort gewesen. Die Mehrzahl der Demonstranten hätten sich friedlich verhalten. Nur einmal hätte man Pfefferspray einsetzen müssen. Die AfD habe mit Protesten rechnen müssen und hätte auch einen Sicherheitsdienst engagieren sollen.

Ernst-August Röttger, Kreisvorsitzender der AfD Lüchow-Dannenberg/Lüneburg erklärt: „Die Polizei hat ihr Möglichstes getan. Vielleicht haben wir die ganze Sache auch unterschätzt.“

Von Lars Lohmann

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