Stadt überlegt, Flächen zu streichen

Ärger um Glascontainer an der Oldenstädter Straße

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Dieses Bild von dem verdreckten Glascontainer-Standort an der Oldenstädter Straße wurde der AZ von einer verärgerten Leserin geschickt.

Uelzen/Landkreis. Glasscherben, Müllsäcke, Altholz und und und . . . „Die Container stellen für uns Anwohner ein tägliches Ärgernis dar“, schreibt eine AZ-Leserin und weist auf die Situation an den Glascontainern an der Oldenstädter Straße hin.

Kein Einzelfall, wie auch die Stadt Uelzen bestätigt. „Die seitens der Hansestadt dem Landkreis zur Verfügung gestellten Flächen für Altglascontainer werden immer häufiger als Abladefläche für Hausmüll jeglicher Art genutzt und verdreckt“, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung.

Auch die intensive Reinigung der Flächen, die die Stadt im Rahmen einer Vereinbarung mit dem eigentlich zuständigen Landkreis übernommen hat, kann kaum Abhilfe schaffen. Zweimal im Monat wird an den Glascontainern gereinigt, wenn starke Verschmutzungen gemeldet werden, auch häufiger. Doch kaum ist gereinigt, wird schon der nächste Müll abgeladen.

Die Hansestadt sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf. „Wenn sich die Situation nicht bessert, wird darüber nachzudenken sein, die städtischen Flächen nicht mehr für Glascontainer zur Verfügung zu stellen“, teilt Stadtsprecherin Ute Krüger auf AZ-Nachfrage mit. Das wurde auch dem für das Bereitstellen von Altglascontainern zuständigem Landkreis in einer Stellungnahme zum brandneuen Abfallwirtschaftskonzept mitgeteilt.

In dem Schreiben schlägt die Hansestadt vor, alternative Standflächen für die Glascontainer zu prüfen, die von Bürgern häufiger frequentiert werden und so einer stärkeren öffentlichen Kontrolle unterliegen. Gemeint sind beispielsweise Parkplätze von Supermärkten, auf die der Landkreis verstärkt zugehen könnte, erklärte Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses, bei der das Thema ebenfalls zur Sprache kam.

Weiterhin fordert die Stadt den Landkreis dazu auf, verstärkte Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit zur Müll-Problematik zu leisten und die allgemeine Abfallberatung zu intensivieren. „Damit könnten viele Konflikte vermieden werden“, meint Scheele-Krogull. Beispielsweise die Lärmbelästigung durch nächtlichen Einwurf, die ebenfalls von vielen Bürgern moniert wird.

Der Landkreis sieht in dieser Hinsicht allerdings keinen Nachholbedarf. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder öffentlichkeitswirksam auf das Thema aufmerksam gemacht“, sagt Landkreis-Sprecher Martin Theine. Das gelte für alle Bereiche der Abfallwirtschaft. Die Forderung der Stadt sei deshalb unbegründet – und zudem aus Sicht des Landkreises kaum vielversprechend. „Es stellt sich grundsätzlich die Frage, ob mehr Öffentlichkeitsarbeit tatsächlich eine Verhaltens- und Bewusstseinsveränderung bei den Verursachern herbeiführen würde. Das erscheint zumindest zweifelhaft“, sagt Theine.

Von Steffen Schmidt

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