Wegen Corona

Ärger ums Einschreiben – und Unsicherheit bei Postboten

+
Uwe Garber ärgert sich: Während er auf die Post wartete, sei er angeblich nicht zu Hause angetroffen worden.

Uelzen – „Eine persönliche Zustellung war leider nicht möglich“, heißt es nüchtern auf der Karte, die Uwe Garber in seinem Briefkasten findet.

Garber wundert sich, wartete er doch die ganze Zeit über in seiner Wohnung auf den Brief aus Berlin – ein Einschreiben, „das sehr wichtig für uns war“, wie er betont. Nach den Angaben auf der Karte hätte sich Garber seinen Brief am nächsten Tag in der Postfiliale abholen können – diese sei nach Garbers Nachfrage aber nicht sicher gewesen, ob sie dann noch geöffnet habe.

Und so fuhr Uwe Garber selbst dem Postauto hinterher, um den Brief mit den wichtigen Dokumenten doch noch zu erhalten. Der Postbote hätte ihm seinen Brief aber nicht aushändigen können, berichtet Garber, da er das Gerät zum Unterschreiben aufgrund der Corona-Situation nicht aushändigen dürfe. „Die Begründung halte ich für Blödsinn. Dann braucht die Post auch gar nicht mehr zu fahren“, ärgert sich Garber, zumal der Postbote auch Schutzhandschuhe getragen habe.

Jens-Uwe Hogardt von der Deutschen Post und deren Lieferdienst DHL erklärt dieses Verfahren auf AZ-Anfrage folgendermaßen: „Zurzeit verzichten wir bei der Einschreibenübergabe in Gebieten mit Covid-19-Fällen vorübergehend auf die eigenhändige Empfangsbestätigung durch den Empfänger, sodass der Zusteller diese kontaktfrei für den Kunden übernimmt.“

Uwe Garber erhielt sein Einschreiben letztlich doch noch, der Postbote habe einen Fehler gemacht. Dabei erfolgte die Übergabe nach Garbers Angeben ohne Unterschrift und ohne Ausweiskontrolle. Auch dies ist laut Jens-Uwe Hogardt gängige Praxis, „da davon ausgegangen wird, dass der Empfänger persönlich oder eine berechtigte Person sich in seiner Wohnung aufhält.“

Auch generell verfahre man bei Vorsichtsmaßnahmen und Arbeitsanweisungen nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Institus, versichert Jens-Uwe Hogardt weiter. „Unseren Mitarbeitern, also auch den Zustellerinnen und Zustellern, empfehlen wir gute Handhygiene, eine korrekte Hustenetikette sowie das Einhalten eines Mindestabstandes zu eventuell erkrankten Personen.“  dab

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare