Einsatz von Lokführern: Betriebsrat zieht gegen Geschäftsführung vor Gericht

Ärger beim Metronom

+
Bei der Metronom-Eisenbahngesellschaft arbeiten zahlreiche „junge, hochmotivierte“ Lokführer. Bei Ausfällen springen sie gerne mit Überstunden in die Bresche. Der Betriebsrat will sie schützen.

Uelzen. Die Geschäftsführung der Metronom-Eisenbahngesellschaft und der Betriebsrat waren am Montag vor dem Arbeitsgericht Lüneburg zu einer Anhörung geladen.

Der Betriebsrat wollte feststellen lassen, ob die Geschäftsführung bei der Einteilung seiner Lokführer in Schichten gegen das Arbeitszeitgesetz, insbesondere das Mitspracherecht des Betriebsrates, verstoßen hat.

Im Fokus der Anhörung stand ein Wochenende im August. Deutlich vor diesem Wochenende stand aus Sicht des Betriebsrates, vertreten durch seinen Vorsitzenden Andreas Panczyk, fest, dass es zu Lücken im Schichtplan kommen werde. Die Darstellung des Geschäftsführers Dr. Lorenz Kasch und seines Rechtsbeistands war eine andere. Aufgrund der grundsätzlich dünnen Personaldecke in der Urlaubszeit und durch zusätzliche Krankheitsfälle sei erst kurzfristig klar gewesen, dass akuter Personalmangel herrschen würde.

Der Knackpunkt: Bei kurzfristigen Ausfällen reicht es, den Betriebsrat darüber zu informieren, dass auf die dienstbereiten Lokführer Mehrarbeit zukommt. Zeichnen sich Lücken längerfristig ab, müssen diese Änderungen in den Schichtplänen dem Betriebsrat entsprechend dem Mitbestimmungsrecht zur Genehmigung vorgelegt werden. Dies blieb an dem fraglichen Wochenende aus.

Aus Sicht des Betriebsratsvorsitzenden kein Einzelfall. Nicht umsonst ziehe man vor Gericht. Allerdings heißt es aus Mitarbeiterkreisen auch, dass der Betriebsfrieden durchaus gewahrt sei.

Die Kollegen, die Mehrarbeit auf sich nähmen, täten dies stets freiwillig. Niemand werde dazu gezwungen. Und gerade die vielen jungen Kollegen seien hochmotiviert, solche zusätzlichen Aufgaben wahrzunehmen. Der Sinn in dem Vorgehen des Betriebsrates wird insofern darin gesehen, diese Kollegen vor sich selbst zu schützen.

Einen Mangel an Lokführern gebe es im Unternehmen grundsätzlich nicht, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Die interne Ausbildung sei erfolgreich. Überstunden könnten abgebaut werden.

Dagegen, dass Lokführer nicht länger als zehn Stunden am Stück arbeiten dürften, werde auch nicht verstoßen, heißt es aus Mitarbeiterkreisen weiter. Deswegen seien Fahrgäste auch nie gefährdet gewesen.

Ob durch die Geschäftsführung tatsächlich gegen das Arbeitszeitgesetz oder das Mitbestimmungsrecht verstoßen wurde, konnte vor Gericht noch nicht geklärt werden. Die Vorsitzende Direktorin des Arbeitsgerichtes setzte deswegen einen Kammertermin für Freitag, 11. März, an.

Von Steffen Kahl

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare