Fahrsicherheitstraining 55 plus: Teilnehmer lernen nach 40 Jahren, in Gefahrsituationen zu reagieren

Ältere Autofahrer geben Vollgas

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„Und jetzt Gas geben! Beschleunigen, was der Wagen hergibt!“ Fahrsicherheitstrainer Wolfgang Stenzel von der Straßenverkehrswacht beim Training zur Gefahrenbremsung auf Wasser.

Uelzen. „Und jetzt Gas geben! Beschleunigen, was der Wagen hergibt!“ Ingrid Schrötke rast auf Wolfgang Stenzel zu. Sein Arm geht runter, sie steigt mit aller Kraft auf die Bremse und steht.

„Und jetzt nehmen Sie den Fuß von der Bremse!“ Mit einem kurzen Blick überprüft der Fahrsicherheitstrainer der Straßenverkehrswacht, ob das Auto hinten hochgeht. Falls nicht, war der Bremsdruck nicht ausreichend für eine Gefahrbremsung. Die übten die Teilnehmer des Fahrsicherheitstrainings „Sicher mobil 50 plus“ auf dem Uelzener Albrecht-Thaer-Gelände.

Die Sonne spiegelt sich auf dem Trainings-Parcours, der mit einem dicken Wasserschlauch von Helfern der Verkehrswacht unter Wasser gesetzt wurde, während die Teilnehmer in die Eisen gehen. „Also nochmal!“ Nach dem vierten Durchgang haben es alle geschafft, das Heck ihrer Autos steigt. Vollbremsung mit und ohne Antiblockiersystem (ABS), Antriebsschlupfregelung (ARS) oder elektronisches Stabilisierungssystem (ESP).

Viele Fahrzeugführer wissen gar nicht, welche Technik ihr Fahrzeug bietet. „Schon das wäre eine Nachschulung wert“, plädiert Konrad Lampe für „Fortbildungen, um über einen Zeitraum von 40 Jahren auf dem aktuellen Stand von Verkehrsregelungen und Fahrsicherheitstechnik zu sein.“

Bei der Berechnung von Brems- und Anhalteweg liegen die meisten Teilnehmer, die vorher bereits einen zweistündigen Theorieunterricht absolviert haben, richtig. Doch bei der Einschätzung, wie viele Meter im Blickfeld liegen, variieren die Angaben. Bei 30, 50 und 70 Kilometern pro Stunde verändert sich der Anhalteweg enorm. „Wäre ich 20 zu viel gefahren, wäre der Fußgänger auf der Straße jetzt tot“, zitiert Stenzel einen Arzt.

„Gar nicht so einfach“, kommentiert Karin Eichstädt das Bremstraining. Ihr ist ein wenig mulmig, auf dem kurzen Stück so hoch zu beschleunigen. Allerdings braucht keiner schneller zu fahren als er will. „Geringe Fahrpraxis, beeinträchtigte Wahrnehmung, falsches Abschätzen von Entfernung und Geschwindigkeiten sowie Unaufmerksamkeit“, sind die Risiken im Verkehr, zählt Trainer Stenzel auf. Vielfahrerin Ingrid Schrötke hat von der Schulung profitiert: „Ich wollte mein Auto nicht erst im Ernstfall testen.“

• Mehr Informationen gibt es am Donnerstag, 22. Mai beim sechsten Seniorenpräventionstag von 13 bis 17 Uhr im Uelzener Rathaus.

Von Angelika Jansen

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