Adrenalin fürs ganze LeG

Uelzen. „Ich war so aufgeregt wie noch nie in meinem Leben“, sagt Jari Ziplys. Der Abiturient aus der zwölften Jahrgangsstufe des Uelzener Lessing-Gymnasiums (LeG) hat auf dem Weg zur mündlichen Prüfung „richtig gezittert“.

Jari Ziplys hat sein Abitur nach dem 12. Schuljahr in der Tasche.

Aber nun hat er seine Prüfung hinter sich und kann mit Max Murswieck und Lena Heitsch schon eine erste Bilanz ziehen. Andere Mitschüler müssen sich noch bis heute Nachmittag gedulden, bis auch sie ihre Note fürs Mündliche in der Tasche haben. Es hat ein Jahr gedauert, bis die 203 Schüler aus den Stufen 12 und 13 am LeG zusammengefunden haben, stellen die Drei fest. Immerhin seien sie zwischen 16 und 20 Jahre alt. Jari Ziplys war in einem der wenigen Kurse, in denen Zwölft- und Dreizehntklässler gemeinsam unterrichtet wurden. „Am Anfang war es komisch, da saßen neben uns Ältere“, erinnert er sich. Aber dann hätten sie eine gemeinsame Kursfahrt veranstaltet, und seitdem sei es ein „Super-Klima“. Wenn es Themen gab, die den jüngeren Gymnasiasten noch nicht geläufig waren, hätten die Älteren es ihnen beigebracht. „Wir haben uns auch in der Vorbereitungszeit vor den Prüfungen getroffen“, sagt Ziplys.

Die Jahrgänge sind zusammengewachsen, sagt Lena Heitsch.

Im gemischten Französisch-Kursus sind die sprachlichen Leistungen zu Beginn der elften beziehungsweise zwölften Stufe sehr unterschiedlich ausgefallen, erklärt Lena Heitsch. „Ein Jahr brauchten wir, bis alle auf einem Stand waren.“ Dass die Zwölfer so schnell aufgeholt hätten, habe vermutlich an ihrem besonderen Fleiß gelegen. „Ihnen war bewusst, dass sie im jüngeren Jahrgang sind und viel tun müssen“, weiß auch Oberstudienkoordinator Sven Kablau. In der Mittelstufe seien die Schüler bereits mit Extrastunden auf das für zwölf Schuljahre hohe Lernpensum vorbereitet worden. Mittlerweile seien die unterschiedlichen Voraussetzungen nicht mehr zu bemerken. „Ich glaube nicht, dass die Prüfungen unterschiedlich ausfallen.“

Organisiert mit den anderen die Abifeier: Max Murswieck.

Auch Max Murswiecks erster Eindruck von den bekannt gegebenen Ergebnissen ist, dass sie mündlich ziemlich ähnlich abgeschnitten haben. Die Gesamtnoten erhalten die Abiturienten erst am 7. Juni. Bis dahin werden Murswieck und seine Mitschüler sich mit der Planung der Entlassungsfeier, Abiball und Abipartys befassen. Alle Wünsche der 203 Abiturienten zu realisieren und sich über die Ausrichtung der Feiern zu einigen, sei nicht so einfach. Und weil beide Jahrgänge mit den rund hundert Lehrern in der Jabelmannhalle gemeinsam feiern, müssen sie sich bei der Einladung ihrer Verwandten beschränken. Passende Räumlichkeiten zu finden, sei kompliziert, sagt Murswieck.

Und schließlich stehen die Planungen für die Zeit nach dem Abitur an. Die jungen Männer werden einen Auslandsaufenthalt einschieben, bevor sie ein Jahr später beginnen zu studieren. Max Murswieck bewirbt sich für ein Studium im Wirtschaftsingenieurwesen. Jari Ziplys’ Pläne „haben sich ganz oft geändert“, sagt er. Nun hat er sich fürs Grundschul-Lehramt entschieden. Lena Heitsch hingegen möchte keine Zeit verlieren. Die 20-Jährige absolviert ein sechswöchiges Praktikum bei Gruner & Jahr, um anschließend mit Kommunikationspsychologie in Hannover zu beginnen.

Von Diane Baatani

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