Tierschützer warnen: Verwahrlosung ist auch Gefahr für Menschen

Acht Katzen ohne Fell

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Symbolisches Wundenlecken: Zwei der acht verwahrlosten Katzen, die jetzt im Tierheim untergekommen sind, beruhigen sich gegenseitig – eine von ihnen hat kaum noch Fell.

Uelzen. Ohne Fell, verfloht und verwurmt – so retteten die Uelzener Tierschützer jetzt Katzen und Kater aus einer Wohnung im östlichen Landkreis.

Dieses Mal wurden acht verwahrloste Stubentiger in Verwahrung genommen – das mittlerweile zweite Katzen-Drama binnen weniger Wochen, nach-dem erst im April 21 Katzen aus ihrem Märtyrium bei ihren Besitzern befreit worden waren.

„Diese Fälle werden immer mehr“, hat Kristin Zangi, Tierschützerin beim Tierheim Uelzen, ihre Erfahrungen gemacht. Dabei sei der erbarmungswürdige Zustand der Vierbeiner stets das Eine, das Andere aber sei die Problematik, dass auch ihre Besitzer sich mit der Vernachlässigung der Tiere gesundheitlichen Risiken aussetzten. Denn von Flöhen befallene Katzen hätten in der Regel auch Würmer – die nämlich würden durch Flöhe übertragen. Und Würmer seien auch auf den Menschen übertragbar, betont Kristin Zangi. „Da reicht es manchmal schon, dass man den Futternapf anfasst...“

Gerade wenn Kinder oder alte Menschen in Haushalten leben, sollten Tierbesitzer deshalb auf eine gute Versorgung und Sauberkeit der Vierbeiner achten. Aber natürlich nicht nur dann.

Ein weiteres Problem, mit dem die Tierschützer immer wieder konfrontiert werden: Mit den verwahrlosten Tiere werden zunehmend auch Menschen in desolatem Zustand offenbar. Nicht selten, dass sie unter dem sogenannten „Animal hoarding“ leiden, einem krankhaften „Sammeln“ von Tieren. Um diese psychische Störung besser in den Griff zu bekommen, appelliert Zangi auch, dass soziale Anlaufstellen und Behörden noch besser miteinander kooperieren mögen, um rechtzeitig eingreifen zu können.

Von Ines Bräutigam

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