Ermittlungen wegen Untreue: Hillmer drohen vorerst keine politischen Konsequenzen

„Abwarten, was dran ist“

Björn Thümler ist CDU-Fraktionschef. Foto: Privat

tm Uelzen/Hannover.  Das staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren gegen den Uelzener Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer (CDU) hat vorerst keine Auswirkungen auf dessen politische Arbeit: „Nach meinem Kenntnisstand gibt es derzeit keine Konsequenzen“, erklärte gestern der Niedersächsische CDU-Fraktionschef Björn Thümler auf Nachfrage der AZ.

Er wisse nicht, was Hillmer genau vorgeworfen werde, so der Fraktionsvorsitzende, der sich gestern auf Sommertour im Harz befand. „Und auch bei uns gilt die Unschuldsvermutung.“ Man werde jetzt abwarten, „was an dieser Anzeige gegen Hillmer substanziell dran ist“, so Thümler.

Der Vorstand der Jagdgenossenschaft Suderburg hatte Jörg Hillmer wegen des Verdachts der Untreue angezeigt. Er wirft dem MdL Unregelmäßigkeiten bei der Kassenführung der Jagdgenossenschaft vor. Der CDU-Politiker verweigere bis heute die Herausgabe von detaillierten Kontoauszügen, so der Vorstand. Hillmer war auf der Hauptversammlung im Frühjahr nicht entlastet worden und trat nicht wieder als Kassenwart an.

In einer Stellungnahme spricht der Landtagsabgeordnete von „diffusen Vorwürfen“. Leider seien seine Angebote zu einem Gespräch unter Beteiligung der zuständigen Aufsichtsbehörde immer wieder durch den Jagdvorstand abgelehnt worden. „Ich habe selbst das größte Interesse an einer Überprüfung durch eine neutrale und sachkundige Institution“, betonte Hillmer in einer E-Mail an die AZ.

Um sich ein Bild zu machen, hat die Staatsanwaltschaft jetzt die Kriminalpolizei Uelzen mit der Vernehmung der Betroffenen beauftragt. Die Vorstandsmitglieder der Jagdgenossenschaft sollen befragt werden, auch Hillmer bekommt Gelegenheit zur Stellungnahme.

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