„Es fehlen Zahlen“

Aus für Abteilung: NGG will Kündigungen im Uelzener Eiswerk verhindern

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Weiterer Umbruch im Uelzener Eiswerk.

Uelzen – Beschäftigte und Arbeitnehmervertreter hatten schon die Befürchtung, die Abteilung für Tiefkühlbackwaren im Uelzener Froneri-Werk könnte geschlossen werden. Eine Bestandsgarantie war lediglich bis zum Ende des Jahres ausgesprochen worden.

Nun hat das Management das Aus für die Produktion von Tiefkühlbackwaren erklärt.

Betroffene Mitarbeiter sollen in der Eisproduktion unterkommen können. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) erklärte gestern in einer ersten Reaktion, die Entscheidung sei aus Arbeitnehmersicht kritisch zu bewerten. Es gebe noch viele ungeklärte Fragen. „Wir werden in jedem Fall dafür kämpfen, dass es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommt“, sagte Steffen Lübbert von der NGG.

Im Werk war Ende 2017 bereits die Entwicklungsabteilung geschlossen worden, Mitarbeiter mussten in den letzten Jahren auch das Unternehmen verlassen. Zudem sind Löhne eingefroren und das Weihnachtsgeld reduziert worden. Das Management begründete die Einschnitte seinerzeit mit roten Zahlen. Froneri-Geschäftsführer Matthias Casanova erklärte nun am Dienstag, dass inzwischen im Bereich Eis die Trendwende erreicht sei. Dort gebe es wieder positive Ergebnisse, der Bereich der Tiefkühlwaren bleibe aber ein Minus-Geschäft.

Die Produktion von Tiefkühlbackwaren in Uelzen sei mit knapp 8000 Tonnen im Vergleich zu anderen Produzenten verschwindend gering. Selbst durch ein größerres Investment könne man die Abteilung nicht wettbewerbsfähig führen.

85 Männer und Frauen arbeiten in der Tiefkühlbackwaren-Abteilung. Ihnen sollen Stellen in der Eisproduktion beispielsweise als Linienführer oder Mechaniker angeboten werden. Zudem könnten sie als Teilzeitkräfte während der Hochphase der Eisproduktion angestellt werden. Sie sollen anstelle von Leiharbeitern beschäftigt werden. „Wir wollen ein flexibles Arbeitszeitmodell anbieten“, so Casanova.

Der Arbeitgeber habe bisher keine Aussage getroffen, für wie viele Mitarbeiter tatsächlich Platz in der Eisproduktion sei, kritisiert NGG-Vertreter Steffen Lübbert. „Es fehlen Zahlen.“

VON NORMAN REUTER

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