SPD, CDU und FDP verteidigen Stadtwerke-Chef und kritisieren speziell WIR für Uelzen

„An Absurdität nicht zu toppen“

SPD, CDU und FDP verteidigen den Uelzener Stadtwerke-Chef und kritisieren speziell WIR für Uelzen.

Uelzen. „Die meckern nur und kritisieren. Wenn einer zurücktreten sollte, dann ist es die Ratsgruppe WIR für Uelzen, Piraten und Bündnis 21/RRP.“ Mit harscher Kritik hat Ralf Munstermann, Fraktionschef der SPD im Uelzener Stadtrat, auf die Forderung der oben genannten Ratsgruppe reagiert, der Stadtrat möge die Empfehlung an den Aufsichtsrat der Stadtwerke aussprechen, das unbefristete Arbeitsverhältnis von Geschäftsführer Markus Schümann aufzuheben (AZ berichtete).

 „Ohne unserer Fraktionssitzung am Mittwoch vorzugreifen, kann ich als Ratsmitglied sagen, dass alle von der Ratsgruppe WIR für Uelzen, Piraten und Bündnis 21/RRP kritisierten Projekte vom Stadtrat einstimmig beschlossen worden sind“, betonte Munstermann. Er verstehe nicht, was speziell WIR für Uelzen mit dieser Initiative bezwecken wolle.

Zur Erinnerung: Die Ratsgruppe hatte Schümann sowohl beim Palmöl-Geschäft mit der NEED GmbH & Co.KG als auch beim Ukraine-Geschäft der Stadtwerke-Tochter SBE „wirtschaftlichen Misserfolg“ vorgeworfen. Und auch die Beteiligung der Stadtwerke am Trianel-Windpark vor Borkum war in das Visier der Ratsgruppe genommen worden.

„WIR für Uelzen muss begreifen, dass die Stadtwerke ein erfolgreiches Unternehmen ist und Personalpolitik nicht im Stadtrat gemacht wird“, ergänzte Munstermann. Unterstützung erhält der Sozialdemokrat von seinem christdemokratischen Pendant Stefan Hüdepohl. Der CDU-Fraktionschef bügelte das Begehr von WIR für Uelzen, Piraten und Bündnis 21/RRP ebenso ab: „Die Angelegenheit betrifft nicht den Rat. Der Rat entscheidet doch nicht über Wohl und Wehe eines Geschäftsmannes. Das ist Sache des Aufsichtsrates. Dort wird man das tun, was man für richtig hält. Und das wird nicht im Interesse von WIR für Uelzen sein.“ Nicht nur von den großen Parteien im Rat, auch von der außerparlamentarischen Opposition gibt es mächtige politische Hiebe für WIR für Uelzen, Piraten und Bündnis 21/RRP. „Das Anliegen der Ratsgruppe ist an Absurdität wohl kaum zu toppen“, heißt es in einer Pressemitteilung des örtlichen FDP-Ortsverbandes vom Wochenende. Liberalen Chef Martin Schneider: „Soviel wirtschaftliches Unvermögen war selbst in dieser Gruppe nicht zu vermuten.“ Nach Auffassung der FDP seien die Stadtwerke ein breit aufgestelltes Unternehmen, von dem die Stadt und ihre Einwohner in nicht geringem Umfang profitieren würden. „Herr Schümann beherrscht es hervorragend, Risiken zu minimieren und zu kontrollieren“, so die FDP.

Heute Nachmittag wird sich der Verwaltungsausschuss in nichtöffentlicher Sitzung mit der Thematik befassen. „Dort wird die WIR-für-Uelzen-Initiative umgehend beerdigt“, verlautete gestern aus Ratskreisen.

Von Andreas Becker

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