Schülerzahlen erreichen Kapazitätsgrenze

Debatte um Schulbezirke: Abkehr vom Sonderweg für Molzen und Veerßen?

Uelzen-Veerßen – Die beiden Grundschulen in den Uelzener Ortsteilen Veerßen und Molzen beschäftigen einmal mehr die Politik: Die Stadtverwaltung hat einen neuen Zuschnitt der Schulbezirke ins Spiel gebracht.

Anlass sind an der Grundschule Veerßen gestiegene Schülerzahlen, sodass dort die Kapazitätsgrenze erreicht ist. Andernorts, so schildert der Erste Stadtrat Florian Ebeling, stünden indes Schulräume leer.

Florian Ebeling, Erster Stadtrat

Mit Schulbezirken werden Schülerströme gelenkt. Jungen und Mädchen, die im festgelegten Bezirk leben, haben die jeweilige Schule zu besuchen. Für Veerßen und Molzen muss man wissen: Im Jahr 2015 hat sich der Uelzener Rat dafür ausgesprochen, dass die Schulbezirke der beiden Bildungseinrichtungen vergrößert werden – ein Zugeständnis der Politik seinerzeit dafür, dass weder Molzen noch Veerßen in eine Ganztagsschule umgewandelt wurde. Als kleine Dorfschulen sollten sie mit dem größeren Einzugsgebiet trotz allem Chancen bekommen. Und Eltern machen durchaus Gebrauch von den erweiterten Schulbezirken – Florian Ebeling berichtet von „Wanderbewegungen“, vor allem nach Veerßen.

In einer Beschlussvorlage für die Politik findet sich die Idee, dass für Veerßen der Schulbezirk auf die ursprüngliche Größe schrumpfen soll. Damit es nicht zu einer „Umwucht“ komme, sollte auch der erweiterte Schulbezirk Molzen aufgelöst werden. Ein für Veerßen als Alternative erwogenes Losverfahren ist nicht zulässig.

Die Zeit drängt. Für das kommende Schuljahr 2021/22 haben Eltern bereits 23 Jungen und Mädchen in Veerßen angemeldet. Die Frist für Anmeldungen läuft noch bis zum letzten Sommerferien-Tag 2021. Werden es mehr als 26 Kinder, müsste eine zweite Erste Klasse gebildet werden, für die der Platz fehlt, nachdem schon die letzten Jahrgänge zweizügig starteten.

Mit einer etwaigen Rücknahme der erweiterten Schulbezirke hätten angemeldete Kinder womöglich das Nachsehen. „Das ist ein Problem der Verlässlichkeit. Eltern erfahren so unter Umständen kurzfristig, dass ihre Kinder doch an einer anderen Schule unterrichtet werden müssen“, beklagt die Veerßer Elternratsvorsitzende Sandra Ohst. Befürchtet werde auch, dass auf lange Sicht wieder der Bestand der Schule gefährdet sein könnte.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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