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Abenteuer pur: Globetrotter Oliver Franke reist im Auto bis Südafrika

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Von: Lars Becker

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Globetrotter Oliver Franke mit seiner Frau Nancy und den Kindern Gabriel, Samira und Alessandro. Der Architekt aus Klein Süstedt ist zum elften Mal nach Afrika aufgebrochen – die Reise dauert voraussichtlich drei Monate.	fotos: privat
Globetrotter Oliver Franke mit seiner Frau Nancy und den Kindern Gabriel, Samira und Alessandro. Der Architekt aus Klein Süstedt ist zum elften Mal nach Afrika aufgebrochen – die Reise dauert voraussichtlich drei Monate. © Privat

Oliver Franke aus Klein Süstedt ist das, was man einen Globetrotter nennt: Der 59-Jährige hat auf allen Kontinenten insgesamt 90 Länder bereist. Sein Herz schlägt seit vielen Jahren vor allem für Afrika – seine zweite Frau Nancy stammt aus Gabun. Nicht nur dorthin, sondern in viele weitere Länder zieht es Franke und seine Reisegruppe aktuell wieder. Insgeamt drei Monate sind sie unterwegs.

Uelzen – Nach monatelanger Vorbereitung hat sein nächstes Abenteuer begonnen: Oliver Franke, Architekt aus Klein Süstedt, ist vor wenigen Tagen mit seiner Frau Nancy und sechs weiteren Wegbegleitern aus Hamburg in Richtung Afrika aufgebrochen. Drei Monate lang dauert die Reise unter dem Motto: „Der Weg ist das Ziel.“

90 Länder hat der 59-Jährige, der 2014 in die Hansestadt zog, schon bereist – alleine 30 in Afrika. In Kamerun hat er ein Jahr lang gearbeitet und den Bau eines Hotels verantwortet, in Südafrika war er bei der Fußball-WM vor Ort. Er war auf allen Kontinenten unterwegs.

„Den ersten Kontakt nach Afrika hatte ich über Architektur-Studenten aus Burkina Faso und von der Elfenbeinküste. Zum ersten Mal bin ich dann 2004 mit dem Auto runtergefahren. Das war so unglaublich, dass ich mir dachte, dass ich das anderen Menschen näherbringen muss“, berichtet der gebürtige Harburger, der in einer Patchwork-Familie lebt.

„Mann kann und muss nicht alles planen“

Aus erster Ehe hat er zwei Kinder, mit der 31 Jahre jüngeren Nancy, die aus Gabun stammt, leben jetzt Gabriel, Samira und Alessandro bei ihm. Um die Kinder kümmert sich jetzt die Schwiegermuter. „Das ist natürlich eine besondere Situation. Aber die Kinder sind alle sehr selbstständig. Und wenn etwas ist, weiß ich, dass in jeder Hauptstadt ein Flughafen ist. In zwei oder drei Tagen bin ich zur Not mit meiner Frau wieder hier. Man kann und muss nicht alles zu 100 Prozent planen. Man muss beispielsweise damit rechnen, dass ein altes Auto, das wir extra vor jeder Reise kaufen, auch mal kaputt geht“, so Franke.

Er hat auch diesmal wieder ein Fahrzeug gekauft, das ohne „technischen Schnickschnack“ auskommt, wie er betont. „Es muss ein Diesel sein, die sind robuster und Diesel gibt es überall – und ein Schaltwagen, sonst ist er viel schwieriger zu reparieren“, weiß Franke. Am Ende der Reise wird das Auto verkauft – und vom Geld möglichst der Rückflug nach Deutschland bezahlt.

Damit die Reisegruppe um Oliver Franke in Afrika wieder solche Eindrücke erleben kann, war eine gewissenhafte Vorbereitung erforderlich. Mehrfach trafen sich die Teilnehmer, um die Route zu besprechen.
Damit die Reisegruppe um Oliver Franke in Afrika wieder solche Eindrücke erleben kann, war eine gewissenhafte Vorbereitung erforderlich. Mehrfach trafen sich die Teilnehmer, um die Route zu besprechen. © Privat

Als damals noch selbstständiger Architekt organisierte er Reisen nach Afrika und Reisemessen, hielt Vorträge. Inzwischen ist er sage und schreibe zehn Mal mit dem Auto die 10.000 bis 15.000 Kilometer gefahren – je nach Ziel. Das ginge theoretisch in vier oder fünf Wochen, wäre dann aber sehr anstrengend. Es geht aber auch um Erholung, ums Erleben, ums Staunen.

„Viele Leute sagen, ich wäre verrückt“

„Die Fahrt führt gefühlt durch alle Klimazonen. Wir treffen Menschen aller Religionen und Hautfarben – so viele verschiedene, bunte Eindrücke sind einfach überwältigend. 80 bis 90 Prozent aller Teilnehmer meiner Reisen werden sofort vom afrikanischen Virus befallen, der Rest will erfahrungsgemäß nach wenigen Tagen wieder nach Hause. Man muss sich auf das Exotische einlassen. Aber ich weiß: Viele Leute sagen, ich wäre verrückt“, schmunzelt der 59-Jährige.

Er ergänzt: „Ich habe gelernt, dass Geld nicht alles ist. Die Freiheit, über mich selbst zu bestimmen, ist so viel wert.“ Von Uelzen aus ging es zunächst ins italienische Salerno und von hier aus mit dem Schiff nach Tunis. Das große Ziel ist Südafrika, dann geht es weiter in den Osten.

Oliver Franke ist sehr aktiv auf Youtube und in den sozialen Netzwerken (Instagram, Facebook, Tiktok), so dass sich seine Reise mit allen Unwägbarkeiten von Corona bis zur Sicherheitslage auf Teiletappen verfolgen lässt.

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