Langwierige Verfahren: Kosten-Nutzen-Verhältnis der Trasse wird erneut geprüft

Autobahn  39: Baustart frühestens 2017

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Es wird wohl noch mehr als ein Jahr vergehen, bis für das 1,7 Kilometer lange Teilstück der A39 an Lüneburg vorbei ein Planfeststellungsbeschluss vorliegen wird.

Uelzen/Berlin. Mehr als ein Jahr ist es her, dass Betroffene, Kommunen und Verbände zum ersten Bauabschnitt der A 39 – an Lüneburg vorbei – im Anhörungsverfahren Stellung nehmen konnten.

Noch aber ist die Landesstraßenbaubehörde dabei, die damals vorgebrachten Einwendungen abzuarbeiten. Und es wird wohl noch mehr als ein Jahr vergehen, bis für das 1,7 Kilometer lange Teilstück ein Planfeststellungsbeschluss vorliegen wird – die Voraussetzung für einen Baubeginn.

Denn auf eine Kleine Anfrage von Bundestagsabgeordneten der Grünen zur A 39 hat das Bundesverkehrsministerium mitgeteilt, dass für den ersten Bauabschnitt wie auch für den Bauabschnitt 7 – von Ehra nach Wolfsburg – ein Planfeststellungsbeschluss erst Ende 2016 erwartet werde. Liege dieser dann vor, könnten die Bagger rollen – vorausgesetzt, Betroffene klagten nicht gegen den Feststellungsbeschluss und der Bund stelle auch Gelder für den Bau zur Verfügung.

Der Dachverband der Autobahngegner „Keine A 39“ bewertet die Angaben des Bundesverkehrsministeriums zu den Planfeststellungsbeschlüssen als Beleg dafür, dass die rund 1600 eingereichten Einwände von Trassengegnern zum ersten Bauabschnitt berechtigt gewesen seien. „Offenbar haben die Planer auf viele Fragen noch keine Antworten gefunden“, heißt es.

Die Anfrage gestellt haben zehn Bundestagsabgeordnete der Grünen im Namen der Fraktion, darunter Jürgen Trittin und Dr. Julia Verlinden aus dem Wahlkreis Lüchow-Dannenberg-Lüneburg. Die Politiker weisen darauf hin, dass bei Vorhaben, die – wie die A 39 – noch nicht realisiert werden, vor der Aufnahme in den nächsten Bundesverkehrswegeplan die Kosten und Nutzen erneut bewertet werden müssten. Das Verkehrsministerium informiert indes, dass in der Tat die Trasse einer weiteren Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen werde.

Eine erste Bewertung hatte den Wert von 1,9 hervorgebracht – eine, wie die Kritiker der A 39 betonen, zu schlechte „Note“ für einen Baubeginn. Die Ergebnisse der erneuten Bewertung werden nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums im Spätsommer 2015 vorliegen.

Von Norman Reuter

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