Planungsbehörde bessert nach

A-39-Lückenschluss: Ringen um jeden Kilometer

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In sieben Planungsabschnitte ist der Bau der A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg aufgeteilt, die Grafik zeigt die vier Abschnitte von Lüneburg bis zum Landkreis Uelzen. Beim ersten Abschnitt (PA1) im Kreis Lüneburg wird nun aktualisiert.

Uelzen. Der Zeitpunkt ist taktisch gut gewählt: Die Ankündigung von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und dem Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, der erste Spatenstich für die Autobahn 39 könne noch im Jahr 2018 erfolgen, war noch nicht ganz verhallt.

Da ließ die Gegenseite die vermeintliche „Bombe“ platzen: „A-39 – Planfeststellung gescheitert“, verkündete jetzt der Dachverband der Autobahngegner in einer zweiseitigen Pressemitteilung. Das im Mai 2012 eröffnete Planfeststellungsverfahren für den ersten Abschnitt müsse „neu aufgerollt werden“, heißt es in der Erklärung. Das habe die Planfeststellungsbehörde in Hannover bestätigt.

Doch diese „Information“ haben die A-39-Gegner bislang exklusiv. Und der Vorgang zeigt, mit welchen Tricks in der heißen Phase vor der Bekanntgabe des neuen Bundesverkehrswegeplan-Entwurfs mittlerweile gearbeitet wird. Denn bei der für die Planung zuständigen Landesbehörde für Straßenbau weiß man nichts davon, dass das Verfahren für den ersten Abschnitt gescheitert ist: „Wir können diese Aussage in keiner Weise nachvollziehen“, sagt Behördensprecher Jens-Thilo Schulze auf AZ-Nachfrage. Richtig sei lediglich, dass es eine Planänderung geben werde. „Das ist gerade bei Großprojekten nicht selten“, so der Behördensprecher.

Der geplante 101 Kilometer lange Lückenschluss der Autobahn 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg ist von Norden nach Süden in sieben Planungsabschnitte (PA) unterteilt. Am weitesten fortgeschritten ist das Verfahren im PA1 und PA7, also die Verlängerung der bestehenden A 39 im Norden bei Lüneburg und im Süden bei Wolfsburg. Die Landesbehörde will nun im PA1 eine neue Verkehrsprognose für das Jahr 2030 mit einbeziehen, um mit neuesten Zahlen zu operieren und bei zu erwartenden Klageverfahren gewappnet zu sein. „Dafür ist eine Planänderung nötig, nicht aber ein neues Planfeststellungsverfahren“, betont Schulze.

Selbst ein sechsspuriger Bau der A 39 in diesem Abschnitt sei durch das aktuelle Planfeststellungsverfahren gedeckt und könnte per Planänderung eingeflochten werden. Durch jede Planänderung gebe es Verzögerungen, wie groß die sind, könne man im derzeitigem Stadium nicht sagen: „Ich kann nicht in eine Kristallkugel blicken.“ Die von der Initiative verkündete Verzögerung von vier bis fünf Jahren „sehen wir aktuell nicht“. Die Planungen in den anderen Abschnitten gehen normal weiter, erklärt Schulze

Von Thomas Mitzlaff

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