Kosten-Explosion am Alten Rathaus: Ausgeschriebene Leistungen um ein Vielfaches erhöht

7000 statt 840 neue Mauersteine

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Das frisch sanierte Alte Rathaus wird feierlich für die Adventszeit geschmückt. Hinter den Kulissen rumort es aber noch gewaltig: Warum die Kostensteigerung für die Sanierungsmaßnahme erst vor wenigen Wochen bekannt wurde, ist noch immer offen.

Uelzen. Tausende Blicke werden sich in der Adventszeit auf das frisch sanierte Alte Rathaus richten. Die Baumaßnahme sorgt jedoch hinter den Kulissen weiterhin für Diskussionen. 840 neue Mauersteine sollten am Alten Rathaus verbaut werden.

Diese Summe war ausgeschrieben – eingesetzt wurden 7000 Mauersteine. Auch die Veränderung von der Kostenannahme zum tatsächlich geleisteten Stundenlohn weicht ab: Statt der ausgeschriebenen und angebotenen 930 Stunden des Rohbaugewerks kamen 3400 Stunden zusammen. Diese Steigerung ist beispielhaft für die erst vor wenigen Wochen bekannt gewordene Kostenexplosion von 3,2 auf 3,8 Millionen Euro bei der Sanierungsmaßnahme am Alten Rathaus. Das geht aus dem Bericht des Gebäudemanagements Uelzen/Lüchow-Dannenberg hervor, den Bürgermeister Jürgen Markwardt in Abstimmung mit der Politik angefordert hatte.

An welcher Stelle die Kommunikation zwischen den Beteiligten nicht funktionierte, ist jedoch aus Sicht von Markwardt noch immer offen. Die Stundenzettel habe der Architekt abgezeichnet, alle angefallenen Lohnstunden habe er in die Kostenprognose eingearbeitet, berichtet das Gebäudemanagement. Dass Lohnkosten in dieser Höhe anfallen würden, sei dem Projektsteuerer im Gebäudemanagement „erst mit Eintreffen der letzten Abschlagsrechnungen bekannt geworden“. Das Gebäudemanagement bezeichnet das als „ein Resultat fehlender Kostentransparenz“, erklärt jedoch zugleich, dass die Mehrkosten aufgrund der maroden Bausubstanz letztendlich kaum zu vermeiden gewesen wären.

Von Diane Baatani

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