51-Jähriger soll sich mehrfach sexuell an einem Jugendlichen vergriffen haben

Angeklagt des Missbrauchs

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Symbolfoto

aja Uelzen/Lüneburg. „Das ist nicht zu beschreiben“, erzählt ein 17-jähriger Jugendlicher aus Bad Bodenteich über das, was der Angeklagte ihm angetan haben soll. „Es ist 1000 Mal passiert”, ruft er, bevor er weinend aus dem Saal rennt.

Wegen sieben Fällen des sexuellen Missbrauchs hat die Staatsanwaltschaft einen 51-jährigen Mann aus dem Kreis Uelzen angeklagt, der sich seit Dienstag vor dem Landgericht Lüneburg verantworten muss.

Der Landschaftsgärtner soll den Teenager, der gelegentlich bei ihm arbeitete, regelmäßig sexuell genötigt und ihn gezwungen haben, sexuelle Handlungen an dem Mann vorzunehmen; der 51-Jährige soll sich ebenfalls an dem Jugendlichen vergriffen haben.

Vor drei Jahren soll es angefangen haben auf dem Betriebsgelände des Angeklagten. Damals soll er sich dem damals noch 15-Jährigen das erste Mal unsittlich genähert haben. Kurz darauf soll er den Jugendlichen in Nettelkamp gezwungen haben, sich vor der Motorhaube seines Autos hinzuknien und ihn oral zu befriedigen. Weitere Fälle sollen sich in der Jod-Sole-Therme in Bad Bevensen zugetragen haben, am Gartower See, in einem Wald bei Bokel sowie im Bett eines Freundes.

Der Angeklagte bestreitet alle Anschuldigungen. Für seinen Verteidiger Volker König seien die Vorwürfe entstanden, nachdem sich der Junge wegen eines Einbruchdiebstahls bei dem 51-Jährigen verteidigen musste. Der Jugendliche war wegen eines Einbruchs in die Wohnung des Angeklagten vom Uelzener Amtsgericht verurteilt worden.

Um die Glaubwürdigkeit des mehrfach vorbestraften Jugendlichen festzustellen, wurde in der Verhandlung sein Lebenslauf dargestellt: Er war bei der Mutter und den Großeltern aufgewachsen. Seit seinem 16. Lebensjahr lebt der Jugendliche in einer Wohngemeinschaft der Jugendhilfe für schwer Erziehbare. Seinen leiblichen Vater habe der 17-Jährige erst vor drei Jahren kennengelernt und dabei festgestellt, dass sein bester Freund sein Cousin sei.

Am morgigen Freitag wird der Prozess fortgesetzt.

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