51-Jähriger zu Bewährungsstrafe und Schadensgeld verurteilt

Mann gesteht Missbrauch

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Das Landgericht Lüneburg verurteilte einen Uelzener.

aja Uelzen/Lüneburg. Das Landgericht Lüneburg hat einen 51-Jährigen aus dem Kreis Uelzen wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Ein umfassendes Geständnis des Angeklagten, eine Schadenswiedergutmachung und nicht zuletzt auch der Wille des Opfers führten zu dem relativ milden Urteil.

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Angeklagt des Missbrauchs

Verteidiger Volker König gab für seinen Mandanten, der bislang noch nicht vorbestraft ist und die Taten zunächst bestritten hatte, eine Erklärung ab. Demnach räumt der Angeklagte die insgesamt sieben Taten so ein, wie der Staatsanwalt sie in der Anklage verlesen hatte. Dabei schränkte König ein, dass der Angeklagte keine Angaben dazu machen kann, wann der erste Vorfall stattgefunden hat.

In einer umfangreichen Beweisaufnahme hatte die 1. Große Jugendkammer versucht, herauszufinden, ob der Junge bei der ersten Begegnung mit dem angeklagten mehrfachen Familienvater unter 14 Jahren und somit noch ein Kind war, weil der sexuelle Missbrauch eines Kindes erheblich schärfer be-straft wird. Mehrere Zeugen aus dem Umfeld von Täter und Opfer wurden befragt, zu welchem Zeitpunkt sie den ersten Kontakt zwischen den beiden wahrgenommen haben.

Der Vorsitzende Richter Axel Knaack hatte den Jugendlichen, der als Zeuge und Nebenkläger dem Prozess beiwohnte, im Gerichtssaal gefragt, was denn mit dem Mann geschehen solle, der ihm das angetan hat. „Soll der ins Gefängnis?“ Darauf hatte sich der Jugendliche, der sich inzwischen drei Jahre nach den Taten, mit den erheblichen Folgen für seine Entwicklung auseinandergesetzt hatte, eindeutig gegen eine Gefängnisstrafe gestellt und gesagt: „Der sollte lieber mal eine Therapie machen.“ Letztlich kam das Urteil aufgrund einer Verständigung im Strafprozess, im Volksmund als Deal bezeichnet, zustande. Im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs wird dem Jugendlichen eine Entschädigung gezahlt.

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