Mutmaßliche Tötung der Mutter: Bevenser wird für schuldunfähig gehalten

45-Jähriger in Psychiatrie

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Im Januar war in Bad Bevensen eine 70-jährige Frau getötet und ihre Wohnung in Brand gesetzt worden. Ihr 45-jähriger Sohn legte in derselben Nacht ein Geständnis ab.

Bad Bevensen. Der 45-jährige Bad Bevenser, der im Januar seine 70-jährige Mutter umgebracht und anschließend ein Feuer in der gemeinsamen Wohnung gelegt haben soll, wird voraussichtlich in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Lüneburg ist nicht auszuschließen, dass der Beschuldigte infolge einer krankhaften seelischen Störung schuldunfähig war.

„Aufgrund seiner Erkrankung dürfte ein hohes Risiko weiterer rechtswidriger Taten bestehen“, erklärt Pressesprecherin Angelika Klee. Die Staatsanwaltschaft hat daher beim Landgericht Lüneburg beantragt, im Sicherungsverfahren die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus anzuordnen.

Der Mann hatte kurz nach dem Brand einer Zwei-Zimmer-Wohnung an der Bad Bevenser Bahnhofstraße in der Nacht zum 10. Januar bei der Polizei ein Geständnis abgelegt (AZ berichtete). Auch die Staatsanwaltschaft teilt mit, dass der Beschuldigte geständig ist. Der zur Tatzeit 45-Jährige habe angegeben, er habe seiner gesundheitlich angeschlagenen Mutter weitere Qualen ersparen wollen. Ihm wird nun vorgeworfen, der 70-jährigen Frau mindestens zehn Mal mit Tötungsabsicht mit einer Rohrzange auf den Kopf geschlagen und ihr mit einem Küchenmesser die Kehle durchgeschnitten zu haben. Anschließend soll er Brandbeschleuniger verwendet und diverse Kleidungsstücke in der Wohnung angezündet haben, um durch einen Brand Spuren seiner Tat zu zerstören. Die Wohnung brannte dadurch teilweise aus. Außerdem erlitten vier Hausbewohner und ein Feuerwehrmann Rauchvergiftungen. Sie waren über Steckleitern aus dem brennenden Haus evakuiert worden.

Der Beschuldigte, der zusammen mit seiner Mutter in der Wohnung gelebt hatte, war während der Arbeiten der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in dem Mehrfamilienhaus nicht anwesend. Er ließ sich später mit einem Taxi zur Polizei in Uelzen fahren, gestand die Tat und wurde daraufhin in Untersuchungshaft genommen, berichtete damals Polizeisprecher Kai Richter. Wegen einer möglichen krankhaften seelischen Störung kommt für die Staatsanwaltschaft seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht. Der Beschuldigte sei dort zur Zeit einstweilig untergebracht, so Angelika Klee.

Von Diane Baatani

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