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Uelzen: 32-Jähriger wegen Brandstiftung zu Bewährungsstrafe verurteilt

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Von: Theresa Brand

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Gelände der alten Kaserne im altmärkischen Bonese
Auf dem Gelände der alten Kaserne im altmärkischen Bonese randalieren im März 2021 mehrere junge Leute und zünden einen Bagger an. © Reuter, Christian

Gemeinsam mit anderen randaliert er auf einem stillgelegten Kasernengelände, demoliert Autos, und am Ende brennen ein Bagger und Dämmstoffe: Ein 32-Jähriger muss sich gestern vor dem Amtsgericht dafür verantworten.

Uelzen – Weil er sich hat mitreißen lassen, im März 2021 auf einem stillgelegten Kasernengelände im altmärkischen Bonese zu randalieren und Feuer zu legen, erhält ein 32-Jähriger ein Jahr und elf Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung. So urteilt gestern das Amtsgericht in Uelzen, nachdem der Angeklagte reumütig alles gestanden hat.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im März 2021 mit einer Gruppe junger Leute eine abendliche Tour zu einem sogenannten Lost Place, dem stillgelegten Kasernengelände in Bonese in der Altmark, gemacht und dort die Taten begangen zu haben. Die Mittäter wurden bereits im April vorigen Jahres wegen zahlreicher anderer Brandstiftungen, Einbrüche und Diebstähle verurteilt (AZ berichtete mehrfach). Der 32-Jährige lässt sich an diesem Abend eher zufällig darauf ein, mitzufahren: „Wir wollten nur zu diesem Lost Place und da ein bisschen rumlaufen“, sagt er. Er habe nie vorgehabt, etwas kaputtzumachen oder anzuzünden.

Mit Minibagger Garage aufgebrochen


Auf dem Gelände soll er mit den anderen Autoscheiben eingeschlagen und Fahrzeuge mit einer Teleskopstange demoliert haben. Einer der Männer startet schließlich einen Minibagger, um die Tore einer Garage gewaltsam zu öffnen. In dem Gebäude werden weitere Autos zerstört. Außerdem findet die Gruppe Kompressoren und weitere Geräte, die sie später abtransportiert. Um die Spuren zu verwischen, werden der Bagger und Dämmmaterial an der Garage in Brand gesetzt.

Der Angeklagte gibt zu, bei der Randale dabei gewesen zu sein. Die Frage von Richter Thomsen, ob er eine Teleskopstange benutzt habe, um die Autoscheiben einzuschlagen, verneint er zunächst. „Sie wissen, es geht hier für Sie um eine ganze Menge. Ein Geständnis kann da nur strafmildernd wirken“, warnt der Richter und wiederholt seine Frage: „Haben Sie einen Teleskopstab benutzt?“ Dieses Mal lautet die Antwort Ja.

Mit dem Feuer habe er allerdings nichts zu tun, erklärt der 32-Jährige. Er habe bereits auf der Straße gestanden, als zwei der Männer plötzlich eine Flasche Benzin in der Hand gehalten und erst den Bagger, dann das Dämmmaterial angezündet hätten. Richter Thomsen glaubt dem Angeklagten, gibt aber auch zu verstehen: „Das war einfach dämlich.“ Auch der Angeklagte sagt: „Ich habe mich zu diesem Mist hinreißen lassen. Das ärgert mich selber.“

„Das war ein Rückfall“

Denn eigentlich war er auf einem guten Weg: Bis 2016 stand der 32-Jährige immer wieder vor Gericht, wurde wegen Diebstahl, Fahren ohne Führerschein, Hehlerei und dergleichen mehrfach verurteilt. Doch dann findet er Arbeit in Hamburg, zieht mit seinem Vater in eine gemeinsame Wohnung, nimmt keine Drogen. Das hält ihm die Staatsanwältin zugute: „Das war ein Rückfall.“ Die Prognose sei jedoch gut, meint sie. Ihr Antrag lautet zwei Jahre auf Bewährung. Dabei ist auch der Anklagepunkt berücksichtigt, dass der Angeklagte mehrere gestohlene Laptops von Daten bereinigt, jedoch mit dem Diebstahl nichts zu tun hat.

Ähnlich sieht es der Verteidiger: „Er war bei der Brandstiftung dabei, aber es war weder seine Idee noch war er beteiligt. Er ist nur der ,dumme Mitläufer’.“ Er fordert ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung. Das Urteil lautet am Ende ein Jahr und elf Monate, die zur Bewährung ausgesetzt werden.

Doch der Richter warnt: „Wenn noch was passiert – auch dieses Gericht verliert irgendwann die Geduld.“

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