Sozialamt: Leistungen für den Schulbedarf werden stark nachgefragt

2700 Anträge für Bildung in Uelzen

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Uelzen/Landkreis. Seit einem Jahr erhalten Familien mit geringem Einkommen staatliche Leistungen für die Bildung: Bis zum 31. Dezember wurden im Landkreis Uelzen 2725 Mal Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beantragt.

Für Zuschüsse für den Schulbedarf, Klassenfahrten, Schülerbeförderung, Lernförderung und Mittagessen sowie Vereinsbeiträge werden jeweils einzeln Formulare ausgefüllt. Im vergangenen Frühjahr war das Bildungspaket umgesetzt worden, die Leistungen konnten auch rückwirkend zum 1. Januar 2010 beantragt werden.

Wie viele Kinder im Kreis im vergangenen Jahr insgesamt vom Bildungspaket profitierten, kann das Sozialamt noch nicht herausfiltern. Aber es sind weitaus mehr Kinder berechtigt, als bislang Leistungen erhalten, weiß der Leiter des Sozialamtes, Werner Marienfeld: Bis zum 15. Oktober hätten 3043 Kinder von Empfängern nach dem Sozialgesetzbuch II die Chance nutzen können, aber nur für 570 Kinder wurde bis zu dem Tag mindestens ein Antrag gestellt. Seitdem steigen allerdings die Zahlen der Anträge.

Am häufigsten gab es Zuschüsse zu mehrtägigen Klassenfahrten: 613 Anträge wurden bewilligt. Auch für Schulbedarf wurden häufig, nämlich 564 Mal, Leistungen beantragt. Hinzu kommen noch 1221 Personen, denen aufgrund von SGB II- und SGB XII-Bezügen ohnehin gesetzlich Leistungen für diesen Bereich gewährt wurden.

Für das Bildungs- und Teilhabepaket sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von Leistungsempfängern nach dem SGB II und XII, des Kinderzuschlags und Wohngeldes sowie Asylbewerber antragsberechtigt. Das Sozialamt habe die Schulen im Landkreis über die Möglichkeit der Bezuschussung informiert. Im vergangenen Quartal habe die Behörde zudem alle SGB II-Empfänger angeschrieben.

Die Leistungen aus dem Bildungspaket werden zum Teil in Form von Gutscheinen gewährt, erklärt Marienfeld. Wenn jemand einen Beitrag für den Sportverein beantragt, wird das Geld dem Verein direkt überwiesen. 583 Anträge sind für die Teilhabe an Freizeitaktivitäten gestellt worden. Für den Schulbedarf werden zum Schuljahresbeginn 70 Euro gezahlt, zum Februar 30 Euro. Lernförderung können Schüler in Anspruch nehmen, wenn sie nur dadurch das Lernziel – nach Angaben des Sozialamtes in der Regel die Versetzung in die nächste Klasse – erreichen können. Dafür muss die Schule den Bedarf bestätigen und es dürfen keine vergleichbaren schulischen Angebote bestehen.

Wie berichtet, können seit gestern SGB II-Empfänger Anträge fürs Bildungspaket in der Agentur für Arbeit stellen. Alle anderen Antragsberechtigten suchen dazu weiterhin das Sozialamt im Uelzener Kreishaus auf.

Von Diane Baatani

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